Zum Hauptinhalt springen

Unmut über den Schleichverkehr wächst

Der Gemeinderat will abklären, ob Tempo-30-Zonen in ganz Nürensdorf sinnvoll wären. Anwohner aber fordern rasches Handeln.

Eine Analyse der Verkehrssicherheit durch das Effretiker Ingenieurbüro EWP AG zeigt: Nicht überall in den Quartieren von Oberwil und Birchwil sind die Strassen sicher. An mehreren Orten ist die Sicht eingeschränkt, fehlt es an Trottoirs oder Übergängen. Und trotzdem: «Es gibt kein gravierendes Verkehrsproblem», sagte EWP-Mitarbeiter Thomas Hablützel an einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend. So hätten sich in den letzten fünf Jahren nirgends Unfälle gehäuft. Lediglich auf der Oberwilerstrasse, einer Hauptverkehrsachse, die Brütten mit Oberwil und Bassersdorf verbindet, würde mit teilweise sehr hohen Geschwindigkeiten gefahren.

Zugenommen hat in den letzten Monaten der Schleichverkehr, bedingt durch die Bauarbeiten am Bassersdorfer Kreisel. Autofahrer benützen die Birchwiler Dorfstrasse als Abkürzung zwischen Winterthur und Kloten. Es sei anzunehmen, dass ein Teil dieses Verkehrs auch nach Abschluss der Bauarbeiten bestehen bleibe, «aus Gewohnheit», sagte Hablützel.

Als mögliche Lösungen empfiehlt das Ingenieurbüro die Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen, und zwar auf dem gesamten Gemeindegebiet, inklusive Nürensdorf und Breite. «Das löst zwar nicht jedes Problem, entschärft aber gewisse Gefahrenstellen», sagte Hablützel. Als ergänzende Massnahmen schlug er etwa Querungshilfen bei Fuss- und Schulwegverbindungen vor. Auch sei der Durchgangsverkehr auf der Dorfstrasse zu unterbinden. Für die Oberwilerstrasse, die von einer Tempo-30-Signalisation ausgenommen würde, müssten separate Massnahmen getroffen werden.

Der Gemeinderat habe den Analysebericht geprüft und entschieden, «auf dem gesamten Gemeindegebiet etwas zu machen», sagte Gemeindepräsident Franz Brunner. Bereits angedacht seien Sanierungsmassnahmen auf der Oberwilerstrasse: Umgestalten einer unübersichtlichen Bushaltestelle, Sichern einer Fusswegverbindung, Prüfen eines Zebrastreifens.

Die rund 50 Anwesenden – mehrheitlich Birchwiler und Oberwiler – zeigten sich kämpferisch. Sie forderten den Gemeinderat dazu auf, rasch zu handeln. Eine flächendeckende Tempo-30-Zone sei zwar in Ordnung, der Durchgangsverkehr müsse aber jetzt gestoppt werden, lautete der Tenor. Ein Votant schlug vor, eine Fahrverbotstafel mit dem Vermerk «Anlieger gestattet» zu installieren. «Das geht schnell», zeigte er sich überzeugt. Brunner relativierte: «Wir müssen mit mindestens eineinhalb Monaten rechnen, und dies auch nur, wenn kein Rekurs eingeht.»

Petition und Brief

Dass der Gemeinderat die Verkehrssicherheit überhaupt überprüfen liess, ist auf einen Brief von Anwohnern der Birchwiler Dorfstrasse zurückzuführen. Diese hatten mit einer Petition einst verhindert, dass die Dorfstrasse zur Sackgasse wird – eine geplante Massnahme des Gemeinderates zur Unterbindung des Durchgangsverkehrs. Mit ihrem Brief forderten sie die Behörde danach dazu auf, andere Massnahmen zu prüfen.

Ein Verfasser des Schreibens zeigte sich mit der Arbeit des Gemeinderates grundsätzlich zufrieden: «Die Grundlagen sind jetzt da, es gibt anscheinend echte Verfehlungen, eine flächendeckende Tempo-30-Zone scheint mir eine passable Lösung zu sein.»

Um weitere Lösungen waren die Anwesenden nicht verlegen. Jemand schlug gar vor, dass je nach Tageszeit unterschiedliche Verkehrsregimes gelten sollten. Ein anderer Votant forderte Unebenheiten.

Gemeindepräsident Franz Brunner versprach nichts. Einzig: «Wir werden das Thema an einer unserer nächsten Gemeinderatssitzungen traktandieren.» Erst dann würden mögliche Lösungen besprochen. «Das wird einige Diskussionen geben», sagte er.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch