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Unruhe im Schulhaus

Wegen Differenzen mit dem Schulpräsidenten hört eine Lindauer Schulleiterin auf. Es ist schon die dritte Kündigung innerhalb von fünf Jahren.

Besorgte Eltern melden sich im «Lindauer» zu Wort: Bereits der dritte Schulleiter innerhalb der letzten fünf Jahre wirft im Primarschulhaus Bachwis in Winterberg das Handtuch. «Woran liegt das?», fragt sich Eveline Kuhn in einem Leserbrief im lokalen Mitteilungsblatt. Als sie von der Schulpflege die entsprechende Information erhalten habe, sei sie sehr überrascht gewesen, sagt sie. Weil auch noch die beiden Schulsozialarbeiter gekündigt haben und ein Schulpflegemitglied zurückgetreten ist, «brodelt die Gerüchteküche», schreibt sie in ihrem Brief weiter. «Hier besteht Klärungsbedarf», stellt eine weitere Leserbriefschreiberin fest. Sie hält Schulleiterin Anna Keller für kompetent und sehr menschlich. «Sie hat es verstanden, während relativ kurzer Zeit im Schulhaus Bachwis das bestehende Lehrerkollektiv zu stabilisieren und zu einem Team zu formen.» Sie bedauert daher, «dass wir solche Kapazitäten gehen lassen». Als offiziellen Kündigungsgrund gibt die Schulpflege «persönliche Gründe» der Schulleiterin an. Auf Anfrage präzisiert Schulleiterin Anna Keller, dass sich das Arbeitsverhältnis zwischen ihr und dem Schulpflegepräsidenten zunehmend schwierig gestaltet habe. «Unsere Vorstellungen bezüglich Führungsstil klaffen auseinander.» Für sie stehe ein menschlicher und respektvoller Umgang mit den Lehrpersonen im Vordergrund. Der Schulpflegepräsident und die Schulpflege seien hingegen der Meinung, sie müsse öfter und härter durchgreifen. Das sei sehr kräfteraubend. Damit sie gute Arbeit leisten könne brauche sie zudem einen Chef, der hinter ihr stehe. «Zu Details kein Kommentar» Mit den Vorwürfen konfrontiert, zeigt sich Schulpflegepräsident Kurt Portmann irritiert. «Respektvoller Umgang und Durchsetzen eines Entscheids schliessen sich nicht aus», sagt er. Im Grossen und Ganzen habe Keller gute Arbeit geleistet. «Über die Details möchte ich mich nicht auslassen.» Auch mit ihrem Führungsstil sei er grundsätzlich einverstanden gewesen. «Klar gibt es Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten», sagt er. Portmann, der sein Amt im vergangenen Sommer als Nachfolger von Christiane Hirzel antrat und dem eine gute Schule am Herzen liegt, wie er sagt, bezeichnet sich als Organisationsprofi. Er führe anders als seine Vorgängerin und habe einen «anderen Anspruch an Qualität». Er vermutet, dass sich Keller nicht habe dar­auf einlassen wollen. Dass ein Zusammenhang zwischen ihrer und den anderen Kündigungen besteht, bestreitet er. «Das ist reiner Zufall.» Die Schulpflege sei derzeit daran, die Kompetenzen zwischen Schulleitung und Schulpflege klarer zu trennen. Als Nachfolgerin von Keller hat die Behörde bereits die Primarlehrerin Gabriela Meyer bestimmt. Sie arbeitet heute schon im Schulhaus Bachwis.

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