Zum Hauptinhalt springen

Unser Gelehrter

Er war Naturforscher, Arzt und Altphilologe – der Zürcher Universalgelehrte Konrad Gessner (1516–1565) war auf vielen Wissens- gebieten aktiv. Nächstes Jahr jährt sich Gessners Geburtstag zum 500. Mal.

Obschon sein Porträt von 1976 bis 2000 die 50-Franken-Note zierte, droht der damals weit über die Grenzen der damaligen Schweiz hinaus bekannte Gessner heute in Vergessenheit zu geraten. Mit verschiedenen Aktivitäten zu Gessners 500. Geburtstag soll dem in Zürich entgegengewirkt werden.

Dazu gehören unter anderem Ausstellungen im Landesmuseum und im Zoologischen Museum sowie Führungen im Botanischen Garten. Am Schweizerischen In­sti­tut für Reformationsgeschichte ist zudem ein Kongress geplant. Ab Sommer 2015 sind unter www.gessner500.ch weitere Informationen abrufbar.

Als Konrad Gessner 1516 in Zürich zur Welt kam, zählte die Stadt gerade mal 7000 Einwohner. Für den in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen gläubigen Christen wurde der Reformator Ulrich Zwingli zu einer theologisch und moralisch prägenden Figur.

Er gab Tieren die Namen

In der Schweiz, Deutschland und Frankreich studierte Gessner zunächst Griechisch, Latein und Hebräisch, später auch Medizin. In Lausanne wirkte er als Professor für Griechisch und für Naturwissenschaften, bevor er 1554 Stadtarzt in Zürich wurde.

Bekanntheit erlangte Gessner vor allem mit seinen Publikationen. Dazu gehören die «Bibliotheca universalis» (1545), in der er alle damals bekannten hebräischen, griechischen und lateinischen Werke aufführte und damit die Grundlage für das moderne Bibliografieren legte.

Zu einem Mitbegründer der Zoologie wurde Gessner mit der «Historia animalium». Darin bemühte er sich um eine einheitliche Namensgebung der Tiere und verfasste dazu eine Vielzahl an herausragenden Tierzeichnungen.

Über 1000 Zeichnungen enthält auch das dritte bedeutende Werk Gessners, die «Historia plantarum», das der Botanik gewidmet ist. Die Darstellungen sind von bis dahin ungekannter Genauigkeit und weisen Gessner als hervorragenden Naturbeobachter aus.

Der Universalgelehrte, der so etwas wie der Leonardo da Vinci der Schweiz war, pflegte auch drei Pflanzengärten. Sein Vorstoss zur Gründung eines Botanischen Gartens wurde von der Stadt Zürich indes nicht realisiert. Aber so geht es jedem Leonardo. sda

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch