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«Unser Stadion sind die Wälder»

Die Weisslinger Orientierungsläufer sind im Laufschritt in den Wäldern unterwegs. Dass sie nun einen Occasionsbus suchen, ist kein Widerspruch.

«Ja, wir haben ein Fahrzeug in Aussicht. Eigentlich ist es schon gekauft. Ein günstiges Angebot», verrät Martin Widler, Präsident der OL-Gruppe Weisslingen (OLGW). Die Mitglieder der OLGW werden jedoch künftig nicht per Auto statt zu Fuss unterwegs sein. Der Bus mit seinen zwölf Plätzen ist für die Jugendlichen gedacht und wird der Nachwuchstrainerin Annemarie Sieber zur Verfügung stehen. Sie wird ihre Schützlinge damit jeweils an den Ort der Trainings bringen. Bis anhin übernahmen die Eltern diese Aufgabe. «Wenn das zweimal pro Woche der Fall ist, ist die Organisation recht aufwendig. Nach wie vor werden wir jedoch wenn immer möglich den öffentlichen Verkehr benützen», sagt Martin Widler. Der Finanzierung liegt ein Konzept zugrunde. Der Verein hat den Bus vorfinanziert, Gönner und Sponsoren werden für die Anschaffung aufkommen. «Mehr als die Hälfte der Summe ist schon beisammen. Ich bin positiv überrascht», freut sich der OLGW-Präsident. Der laufende Betrieb des Busses muss hingegen von den Benützerinnen und Benützern finanziert werden. «Wer mit dem öffentlichen Verkehr fährt, muss schliesslich sein Billett auch selber bezahlen.»

Sport für jedes Alter

«Der OL-Sport begleitet uns ein Leben lang», stellt Martin Widler fest. Der 41-Jährige ist selber seit über 30 Jahren aktiver Läufer. Gestartet im wörtlichen Sinn ist er als Knabe in der Familien­kategorie. Ab zehn Jahren ging es dann allein mit der Karte in der Hand durch Wald und Feld. «Unser Stadion sind die Wälder. Solange es der Körper zulässt, ist man dabei. Deshalb hat auch die Kategorie der 65- bis 70-Jährigen immer noch guten Zulauf.» Wahrscheinlich liegt die lange Vereinstreue auch daran, dass sich die einzelnen Mitglieder ohne Zwang mehr oder weniger beteiligen können. Die Anlässe anderer Vereine besuchen sie als Einzelwettkämpfer.

Einen festen Platz in der Agenda hat das Hallentraining in der Mehrzweckhalle Widum. Jeden Montag steht die Förderung der Kondition, verbunden mit Lauftrainings, auf dem Programm. Am Mittwochabend besteht Gelegenheit zum Kartentraining. Dieses wird gemeinsam mit Winterthur und Welsikon durchgeführt. Fest im Jahresprogramm stehen der vereinsinterne Klaus-OL, das Klub-Wochenende und die Vereinsmeisterschaft.

Die OLGW organisiert einen grösseren Anlass jährlich selbst: den Wisliger OL. Zu diesem erscheinen Läuferinnen und Läufer aus dem ganzen Kanton. Auch «Laien» sind willkommen, denn es handelt sich auch um einen Volksanlass. Dabei ist vor allem die Dorfbevölkerung angesprochen. Der Verein will sich jeweils bewusst der Öffentlichkeit zeigen. Dieses Jahr allerdings sind wenige Leute aus dem Dorf mit der OL-Karte Weisslingen/Kyburg unterwegs gewesen. Das schlechte Wetter hat viele abgehalten.

Die OLGW tritt auch sonst gelegentlich an die Öffentlichkeit. Beim Dorffest ist sie jeweils dabei, einmal mit einem Kuchenstand, einmal mit einer Crêperie. Auch schon ist ein Dorf-OL mit Quizfragen an den Posten als Wettbewerb ausgesteckt worden. Präsident Martin Widler verrät, dass sich der Vorstand über einen weiteren Schritt Gedanken macht: Abendläufe, mit wenig Aufwand organisierbar, für die Dorfbevölkerung. «Wir möchten einen OL für alle machen. Mal sehen, ob etwas draus wird.»

Nachwuchs ist auf Kurs

Keine Sorgen macht sich der Verein betreffend Nachwuchs. Präsident Widler betont, dass eben viel von der Leitung abhängt. «Mit Nachwuchstrainerin Annemarie Sieber haben wir die entscheidende Stütze. Dank ihr ist unser Nachwuchs auf Kurs.» In der Vereinsgeschichte gab es ein Auf und Ab. Widler: «Die Gründergeneration blieb lange unter sich. Dann trat ein leichter Rückgang ein, bis die zweite Generation, die Kinder der Gründer, im Verein aktiv wurden. Ein solches Beispiel bin ich selber.» (rfr)

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