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unter dem strich

HD 40307 im Sternbild Pictor ist schon der siebte seiner Art: ein Planet, der in der «habitablen Zone» seine Bahn um einen fernen Stern zieht. Die Meldungen wiederholen sich, die euphorischen Sätze auch – als ob wir schon bald ein neues Zuhause hätten: «Der Planet umkreist einen sonnenähnlichen Stern in genau dem richtigen Abstand. Dadurch könnten auf seiner Oberfläche milde Temperaturen herrschen und lebensfreundliche Bedingungen mit flüssigem Wasser und einer stabilen Atmosphäre ermöglichen …», steht in der Zeitung.

Wie gern greifen wir den Faden auf, lassen eine üppige Pflanzenwelt spriessen, Tiere aller Art, auch Wesen mit Herz und Verstand sich tummeln im milden Klima, friedlich und glücklich alle, weil die Biologie auf HD 40307 ihnen das Fressen und Gefressenwerden erspart und sie nur von erneuerbarer Ener­gie­ leben …

Die Entdeckung der «Super-Erden» kommt zur rechten Zeit. Sie mildert tröstend die tägliche Erfahrung, dass wir unseren eigenen Super-Planeten immer unbewohnbarer machen. Hoffentlich machen es andere besser! Oder können wir vielleicht bald hinreisen, um dort selber neu und besser zu beginnen? Die Astronomen machen uns Mut. «Diese Super-Erde bietet gute Voraussetzungen für die Existenz von flüssigem Wasser und von Leben, wie es auf der Erde vorkommt», meinte ein Fachmann aus Göttingen schon, als er von GJ 667C schwärmte. Und da sich jetzt auch HD 40307 «in der Nachbarschaft unseres Sonnensystems» findet, sagen wir: nichts wie los!

Wären da nur nicht die Konjunk­tive und andere winzige Spielverderber zwischen den verheissungsvollen Sätzen: dass «Nachbarschaft» eine Reise von 42 Jahren bedeutet – bei Lichtgeschwindigkeit; dass «Entdeckung» nur Daten meint, die das wegen seines Planetensystems leicht tau­melnde Zentralgestirn in seinem Licht­­spektrum liefert; dass infolgedessen über die lebensfreundlichen Verhältnisse nur gemutmasst werden kann – HD 40307 hat «vermutlich» eine feste Oberfläche und rotiert «vermutlich» wie die Erde um seine Achse und «vielleicht» gibt es dort Wasser.

Das heisst, vielleicht auch nicht. Doch so schnell lassen wir uns nicht auf den geschundenen Boden unserer Erde zurückwerfen. Wir halten uns an die definitive Gewissheit des Professors aus Göttingen und seine bezwingende Aussage. «Es gibt keinen Grund, weshalb der Planet kein erdähnliches Klima entwickeln kann», sagt er, und das heisst doch, ebenso bezwingend, dass es keinen Grund gibt, weshalb wir dort nicht unser künftiges Paradies finden sollten.

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