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Unterländer Bosse zuversichtlich – jeder dritte will neue Jobs schaffen

Die Unterländer Wirtschaft steht ­insgesamt gut da – trotz anhaltender Euroschwäche und Unsicherheiten aufgrund der Masseneinwanderungsinitiative. An der Tagung der regionalen Arbeitgebervereinigung schauten die meisten Firmenbosse verhalten positiv in die Zukunft.

Die Tagung der Arbeitgebervereinigung des Zürcher Unterlandes (AZU) am Donnerstag stand im Zeichen der Innovation und technischen Weiterentwicklung. So hatte AZU-Präsident Heinz Eberhard vom gleichnamigen Baukonzern aus Kloten für die geladenen Firmenbosse aus der Region zwei Vorträge zum Thema organisiert.

Im Glattfelder Kongresszen­trum Riverside erfuhren die rund 20 anwesenden Arbeitgebervertreter zunächst von der neuesten Entwicklung an der Mobiltelefonfront. Andreas Häberli, Kaba- Konzernleitungsmitglied des Hauptsitzes in Rümlang, verriet, dass die Unterländer Schliesstechnikspezialisten kurz vor der Markteinführung eines revolutionären Zutrittssystems stehen.

Nach sieben Jahren Forschung und Entwicklung sollen Hotelgäste künftig mit ihrem Smartphone in ihre Zimmer und Suiten gelangen. Dies ganz ohne mühsames Check-in-Verfahren und Zeitverlust durch Anstehen an der Rezeption. «Das ist erst der Anfang», erklärte der Technologiechef von Kaba, «unsere Kinder werden sich das gar nicht mehr anders vorstellen können.» Damit nicht genug, denn wie Häberli schätzt, sei heute vor lauter Möglichkeiten noch gar nicht abschätzbar, wo und wofür diese neue Technologie sonst überall noch zum Einsatz kommen könnte.

Eine Präsentation zum Thema 3-D-Druck von Caspar Steiner (Leiter Faigle-3-D-Systeme) und Steven Senn (CEO My 3-D-World) verblüffte. Sie zeigten die schier unbeschränkten Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten dieser boomenden Technologie auf. Diese umfassen unter anderem die Medizin, den Ersatzteilhandel, Architektur oder Werbemittelproduktion – und sogar den Heimgebrauch für Spielwaren und Gadgets.

Umfrage zur Wirtschaftslage

Als Antrieb und Schmiermittel zugleich dürfte Innovation sodann auch für die anhaltend po­sitiven Aussichten der Unterländer Unternehmen verantwortlich sein, wie eine aktuelle Umfrage unter den AZU-Mitgliedern aufzeigt. So konnte Heinz Eberhard, der die Umfrage gemacht und ausgewertet hat, an der Tagung in Glattfelden Interessantes berichten. Zwar hatten heuer lediglich 32 Mitglieder des regionalen Arbeitgeberverbandes an der Befragung teilgenommen, dennoch geben die Resultate Aufschluss über den Zustand der Unterländer Unternehmen. Immerhin beschäftigen diese 32 Firmen fast 5200 Angestellte samt Teilzeitern und Lehrlingen in den beiden Bezirken Bülach und Dielsdorf.

Nicht überall siehts rosig aus

Die Anzahl der angebotenen Jobs dürfte im nächsten Jahr anwachsen, wenn die Arbeitgeber ihre eigenen Prognosen einhalten. Denn ein Drittel der befragten Bosse sagt voraus, dass der Personalbestand im Unternehmen zunehmen werde, während die Mehrheit (58%) zumindest von einem gleichbleibenden Bestand ausgeht. Knapp zehn Prozent schätzen jedoch, dass der Personalbestand sinken wird.

Generell beurteilen die meisten Unternehmer das laufende Jahr als «gut» (52%) oder gar «sehr gut» (10%). Ein Viertel findet es «zufriedenstellend», und nur knapp 13 Prozent antwortet mit «schlecht». Gefragt nach der Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein entsprechend positives Bild. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent verzeichnet dieses Jahr mehr Umsatz, während bei 39 Prozent der Firmen dieser Wert immerhin gleich bleibt, 10 Prozent macht hingegen weniger Umsatz.

Auslastung und Beschäftigungsgrad 2014 sind für die meisten Befragten entsprechend «gut» (60%) oder «befriedigend» (37%) und nur für eine einzige Firma (3%) «schlecht». Welches Unternehmen jeweils hinter den Antworten steckt, kann aus den vorliegenden Umfrageresultaten übrigens nicht abgelesen werden. Spannend ist ein Blick auf die Prognose für 2015 im Vergleich zum bereits guten laufenden Jahr. So schätzen die Arbeitgeber, dass auch das nächste Jahr für weite Teile der regionalen Wirtschaft ein gleich gutes oder gar besseres Jahr wird. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings auch, dass fast ein Viertel (23%) ein schlechteres Jahr erwartet, während für eine Minderheit (13%) noch überhaupt keine Prognose möglich ist. Dazu passt, dass beim Thema Lohnerhöhung die meisten Bosse ziemlich zurückhaltend reagieren. Während vier Firmen von einer Nullrunde ausgehen, geht die überwiegende Mehrheit (26 Unternehmen) von Lohnerhöhungen zwischen einem halben und einem Prozent aus. Christian Wüthrich

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