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Untersberg: Hüter der Vergangenheit

hinaus aus Salzburg

Mit der These vom «erfundenen Mittelalter» wird von Personen ausserhalb der Historikerzunft die Existenz Karls des Grossen, 768–814 Herrscher des Fränkischen Reichs, rundweg bestritten. Für Salzburg wäre Karls Nichtexistenz eine ziemlich schlechte Nachricht: Er erhob nämlich Salzburg 798 zum Erzbistum und Metropolitansitz der bayrischen Kirchenprovinz, ein Status, der gut 1000 Jahre andauerte und der Stadt an der Salzach eine starke Stellung einbrachte. Davon profitiert auch der St. Peter Stiftskeller, der sich als älteste Gaststätte Europas rühmt: 803 wurde er erstmals urkundlich durch Karls Gefolgsmann Alkuin erwähnt.

Nicht nur das: Karl der Grosse soll gar in Gesellschaft von Zwergen und Edelleuten im Untersberg hausen, dem 1853 Meter hohen Salzburger Hausberg, und auf seine Auferstehung warten. Das schreibt jetzt nicht die Historikerzunft, sondern steht auf einer Schautafel am Berg, die jedermann lesen kann, der mit der Seilbahn oben angekommen ist. Was sich am 4. Oktober nicht nur wegen des schönen Wetters gelohnt hat, sondern auch, weil dort für ­Mitglieder einer Veteranenvereinigung in alten Uniformen – begleitet von einer Schnaps ausschenkenden Marketenderin (Bild) – eine Messe für die im Ersten Weltkrieg gefallenen ­Soldaten gelesen wurde.

Salzburgs Umland ist in jedem Fall einen Ausflug wert, Überraschungen inbegriffen. Dazu ­gehört etwa ein Skulpturenweg im Wald entlang des Flüsschens namens Königsseeache bei ­Grödig. Er beginnt mit einer «Baum­spirale» in Form elliptisch gepflanzter Weiden um eine Statue von Gustav Ernst Leube, der 1838 ein Zementwerk gründete, das sich heute als besonders umweltfreundlich versteht. Spektakulär ist die «Pixelröhre Leonhard 8/8» von Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt: eine begehbare Betonröhre, die innen und aussen mit gerasterter Spiegelfolie versehen ist. gr

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