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Unterwanderter Wanderweg wird verlegt

Der Biber hat den Uferweg zwischen Dachsen und Rheinau in einem Abschnitt so stark unterhöhlt, dass er dort verlegt wird.

In Dachsen wütet der Biber, zumindest aus der Wandervogelperspektive betrachtet. Denn das geschützte Nagetier hat seine «Wohnung» direkt am Rheinuferweg zwischen Dachsen und Rheinau gebaut – unter dem Wanderweg. Die Schäden durch den Biberbau seien «so gravierend, dass eine Instandhaltung nicht mehr gewährleistet ist», schrieb die Gemeinde Dachsen vor Weihnachten in einer Mitteilung. Zuständig für den beschädigten Wegabschnitt ist das kantonale Tiefbauamt. Festgestellt hat den Schaden das Team des Unterhaltsbezirks 7 im Herbst vor einem Jahr. Beim Reinigen des Uferwegs hätten sie unter dem Laub das erste Loch entdeckt, erzählt der Leiter des Bezirks, Hugo Maurer. Dieses wurde fürs Erste verschlossen, und die Verantwortlichen waren zuversichtlich, dass der Wanderweg nicht weiter unterhöhlt würde. Denn ein Jahr lang hauste kein Biber mehr unter dem idyllischen Weg am Rhein. Heimtückische «Fallgruben» Doch nun ist der grabfreudige Meister Bockert zurück und mit ihm die Löcher im Uferweg. «Auf einigen hat es Laub, sodass man sie gar nicht sieht», sagt Maurer. Um die gefährlichen Löcher zu umgehen und gleichzeitig den geschützten Biberbau zu schonen, wird der Weg auf einer Länge von rund 200 Metern verlegt. Künftig wird er zwischen fünf und zehn Meter weiter hangaufwärts verlaufen. Die Kosten für die Bauarbeiten, die voraussichtlich im Februar beginnen, betragen laut der kantonalen Baudirektion etwa 35 000 Franken. «Das Ziel ist es, dass die Verlegung auf Beginn der Wandersaison im März 2015 abgeschlossen werden kann», sagt Baudirektionssprecher Thomas Maag. Sowohl die betroffenen Grundeigentümer als auch das Kreisforstamt seien mit der Wegverlegung einverstanden. Extra Bäume müssten für den neuen Wegabschnitt keine gefällt werden, sagt Maurer. Der Förster habe das Waldstück bereits zuvor ausgeholzt, «da kommen wir tipptopp durch». Doch um den 80 bis 100 Zentimeter breiten Wanderweg zu bauen, ist viel Grabarbeit von Hand nötig. Dies, weil der Einsatz von schweren Baumaschinen im bewaldeten, abschüssigen Gelände nicht möglich ist. Ein Zaun mit Querlatten wird den alten Wegabschnitt absperren. Wellenschlag ist mitschuldig Der Biber ist nicht alleine verantwortlich für den unterhöhlten Wanderweg. Mitschuld hat auch der Wellenschlag, verursacht durch Motorboote. Dieser führt zu Unterspülungen am Ufer. Und besonders bei Hochwasser oder wenn der Rhein durch das Kraftwerk Rheinau hoch gestaut ist, wird der Biberbau durch diese Wellen teilweise ausgespült. Damit der Biber keinen ungebetenen Besuch von Dachs, Fuchs oder Hund bekommt, liegt der Eingang zu seiner «Wohnung» immer unter Wasser. So bauen die meisten Biber zuerst einen aufsteigenden Gang in einen steilen, lehmigen Uferhang. Sobald dieser Gang deutlich über dem Wasserspiegel liegt, wird er zu einem sogenannten Wohnkessel ausgebaut. Dieser Kessel dient als Schlafstätte und Kinderstube der jungen Biber. Der Erdbau ist in der Regel von aussen nicht erkennbar – ausser die «Wohnzimmerdecke» bricht ein. Asphaltweg 2012 unterhöhlt Akute Einsturzgefahr herrschte vor gut drei Jahren auch in Kleinandelfingen. Der asphaltierte, vom Biber unterhöhlte Marthalerweg musste auf einer Länge von 20 Metern von Grund auf neu gebaut werden. Ein Stahlgitter im Boden dient seither als Biber-Stopp.

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