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USA fliegen auch Angriffe in Syrien

Washington/Damaskus Die USA verschärfen den Kampf gegen das Terror- Kalifat des IS im Irak und in Syrien. Der Präsident erhält für seine Strategie Rückendeckung aus dem Kongress.

Gestern, am dreizehnten Jahrestag des 11.September, erklärte Präsident Barack Obama den Amerikanern, er habe alle notwendigen Autoritäten, gegen die Extremisten des sogenannten Islamischen Staats vorzugehen. «Wir werden die Terroristen, die unser Land bedrohen, jagen, wo immer sie sind», erklärte Obama in seiner live übertragenen Rede an die Nation. «Wir werden nicht davor zurückschrecken, den IS in Syrien wie im Irak anzugreifen.»

Alte Terrorängste

Am Tag nach der Präsentation erhält Obama für seine Strategie gegen die Extremisten Beifall über die Parteigrenzen hinweg. Die Enthauptung der beiden US-Reporter in Syrien hat kurz vor dem Jahrestag des 11.September alte Terrorängste wachgerufen. In aktuellen Umfragen unterstützen drei von vier Amerikanern US-Angriffe auf IS-Ziele im Irak und Zweidrittel auf Stellungen in Syrien. Die Rede an die Nation sollte jeden Zweifel an der Entschlossenheit der Supermacht zerstreuen. Allerdings schreckte der Präsident davor zurück, das Wort Krieg in den Mund zu nehmen. Stattdessen sprach er von einer Anti-Terrorismus-Kampagne. «Es wird keine amerikanischen Kampfeinheiten geben, die auf fremden Boden kämpfen.» Diesen Teil sollen regionale Partner erledigen. Im Irak stehen dafür Regierungstruppen und kurdische Peshmerga bereit. Wer diese Aufgabe auf syrischer Seite übernehmen kann, blieb offen. Kurzfristig schicken die USA 475 weitere Soldaten in die Region. Damit werden insgesamt rund 1600 als Militärberater und Spezialstreitkräfte vor Ort mithelfen, Luftangriffe mit den Koalitionspartnern zu koordinieren.

Reicht die Strategie aus?

Das von Obama ausgegebene Ziel der Mission, den IS systematisch zu schwächen, um ihn dann dauerhaft auszuschalten («degrade and destroy») – darin sind sich Analysten weitgehend einig – werde sich mit einer Anti-Terror-Kampagne allein nicht erreichen lassen. Hohe Mitarbeiter des Präsidenten räumen ein, die Aufgabe sei kompliziert. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Planer noch kein Rezept gefunden haben, sicherzustellen, dass Diktator Assad nicht derjenige ist, der von den Luftangriffen auf das Kalifat profitiert. Kritiker der Kehrtwende Obamas in Syrien, wie seine ehemalige Staatssekretärin im Pentagon Rosa Brooks, sorgen sich um die nicht beabsichtigten Konsequenzen einer lückenhaften Strategie. Die USA könnte schleichend immer tiefer in «einen Konflikt ohne absehbares Ende» hingezogen werden, der «weitreichende Konsequenzen» hat. Obama werde das Problem an seinen Nachfolger übergeben. «Es geht hier auch um sein politisches Erbe.»

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