Zum Hauptinhalt springen

US-Falken wollen Militärhilfe leisten

Die USA erwägen militärische Hilfe für die Ukraine. Die Lieferung von Zielinformationen gegen russische Hightechwaffen wäre aber ein brisanter Schritt.

Der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über dem Osten der Ukraine hat die Lieferung russischer Boden-Luft-Raketen an die Separatisten nicht gestoppt. Im Gegenteil: Erkenntnisse der US-Geheimdienste zeigen, dass Moskau im grossen Stil neue Waffentransporte über die Grenze in das Nachbarland vorbereitet. Dazu sollen auch mobile Raketenabschussrampen gehören. Darüber hinaus dokumentieren Videoaufnahmen, wie russische Streitkräfte mit Artillerie Ziele auf ukrainischem Boden unter Beschuss nehmen. Während Präsident Barack Obama die Entscheidung der Europäischen Union über Wirtschaftssanktionen mit Biss abwartet, bereitet das Pentagon eine Liste zusätzlicher Schritte vor, die der Ukraine helfen könnten, den Nachschub zu verlangsamen und die territoriale Integrität ihres Landes besser zu verteidigen. Im Zentrum der Überlegungen steht dabei eine direkte Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte mit Erkenntnissen der militärischen Geheimdienste in Echtzeit.

«Einfach und sehr effektiv»

Die Pentagon-Planer bereiten die zeitnahe Lieferung von Zielkoordinaten prorussischer Separatistenstellungen mit Boden-Luft-Raketen und anderen hoch entwickelten Waffensystemen vor. Diese Informationen erlaubten Präzisionsschläge gegen strategisch wichtige Positionen der Rebellen. «Wir denken, das kann einfach und sehr effektiv getan werden», zitiert die «New York Times» einen hohen US-Offizier, der mit den Überlegungen vertraut ist. Viel schwieriger sei es, die politische Weisheit einer solchen Entscheidung abzuwägen. «Das könnte zu einer Eskalation mit den Russen führen.»

Mit Agenten durchsetzt

Bisher haben die USA der Ukraine lediglich «historische» Geheimdienstinformationen geliefert: Satellitenaufnahmen über Truppenbewegungen und Waffentransporte entlang der Grenze, die bereits mehrere Tage alt waren und nicht für unmittelbare Militärschläge genutzt werden konnten. «Wir waren ausgesprochen vorsichtig mit Dingen, die Russland treffen könnten», meint ein anderer Militärplaner. Zudem bestehen Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der ukrainischen Empfänger. Die Streitkräfte seien durchsetzt mit russischen Agenten und Sympathisanten, die die Separatisten warnen könnten. Im Weissen Haus war das Militärhilfepaket noch kein Thema. Deshalb bleibt unklar, wie sich Präsident Barack Obama dazu verhalten wird. Gewisse Berater in seinem Umfeld drängen darauf, den russischen Aktivitäten signifikant entgegenzuhalten. Anders fühle sich Präsident Putin ermutigt, weiter zu gehen. «Die russische Regierung hat die Entscheidung getroffen, ihre Streitmacht in einem souveränen Staat einzusetzen», erklärt Joint-Chiefs-of-Staff-General Michael Dempsey. Dies sei nicht nur eine Bedrohung für Osteuropa. Aussenminister John Kerry hat nach dem Abschuss der Boeing bereits öffentlich erklärt, er sei dafür, Koordinaten über Stellungen russischer Boden-Luft-Raketen mit der Ukraine zu teilen. Falken im US-Kongress wie John McCain wollen sogar noch einen Schritt weiter gehen. «Wie können Sie zusehen, wie diese ganzen russischen Waffen über die Grenze kommen, und militärische Hilfe verweigern?», fragt der republikanische Senator. Eine von mehreren Stimmen im Kongress, die das Nicht-Nato-Mitglied mit Waffen, Munition und Militärberatern unterstützen wollen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch