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Vaduz lässt den Aufsteiger abprallen

Schaffhausen. Nach seinem souveränen 2:0 auf der Breite hat der FC Vaduz als Leader der Challenge League sechs Punkte Vorsprung auf Schaffhausen.

Der erstaunliche Aufsteiger aus Schaffhausen war nach vier Siegen die statistisch beste Mannschaft 2014 in der Challenge League. Bis auf drei Längen war er an den Leader aus Vaduz herangerückt. Der Optimismus war also gross auf der Breite, als die Vaduzer am Samstag anrückten. Nach 90 Minuten aber war ohne jede Einschränkung festzustellen, nicht der FCS, sondern der FC Vaduz ist zurzeit die beste Mannschaft der Liga. Er liess die Schaffhauser gnadenlos abprallen. Er war der unbestrittene Sieger.

Natürlich hatte Schaffhausens prominenter Neuer, der Altinternationale Johan Vonlanthen, gegen Peter Jehle früh eine Chance zum 1:0. Aber er nutzte sie nicht, und später gab es für den FCS kaum mehr welche. Nach 35 Minuten schoss dafür der Basler Pascal Schürpf das 1:0 für Vaduz, Mitte zweiter Hälfte fiel das 2:0 durch den St. Galler Manuel Sutter. Nennenswerte Offensivszenen der Schaffhauser stehen aber nicht mehr in den Notizen.

Die zweite Reifeprüfung

Zuerst vor zwei Wochen das 3:1 gegen Servette in Genf, nun das 2:0 in Schaffhausen – der FC Vaduz hat also innert kürzester Zeit zwei Reifeprüfungen souverän bestanden. «Wir spielten sehr abgeklärt», lobte auch der Vaduzer Trainer Giorgio Contini. Seine Mannschaft habe dem Gegner noch weniger zugestanden als vorher Servette. «Wir haben seinen Angriff im Keim erstickt; auf dem Platz ist unser Stil aufgegangen, wir hielten die Probleme weit von unserem Tor weg.» Sie hätten, sagte Contini noch, den Schaffhausern und ihrem gefürchteten Sturm mit Patrick Rossini und Gianluca Frontino «den Schneid abgekauft. Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.»

Es ist nicht neu, dass den Vaduzern dies gelingt. Das haben sie auch zweimal gegen den FCW geschafft, mit einem 4:0 und einem 3:1. Denn die Maxime ihres Trainers ist: «In dieser Liga muss man physisch präsent sein.» Um dieses Ziel zu erreichen, hätte Contini am Samstag auch dann auf seinen offensiven Mittelfeldspieler Markus Neumayr verzichtet, wenn der nicht erkrankt wäre. Und er liess den Winterthurer Ramon Cecchini, der bisher doch Stammkraft war, 70 Minuten auf der Bank. Die Rechnung ging auf, was offensichtlich auch die Schaffhauser beeindruckte, die anerkennen mussten, an ihre Grenzen gestossen zu sein. «Wir hatten fast Angst: Spitzenspiel, dieser unangenehme Gegner – wir waren gehemmt», sagte Schaffhausens Rossini. Also hätten sie nicht gespielt, «was wir normalerweise spielen». Das Team um Rossini und Frontino blieb erst zum zweiten Mal ohne Tor. Ein erstes Mal war ihm das im November beim 0:2 auf der Winterthurer Schützenwiese widerfahren. Dort müssen sie in einer Woche wieder antreten.

«Muss nicht aufsteigen»

Continis Vaduzer kommen in zwei Wochen auf die «Schützi». Sie werden auf jeden Fall auch dannzumal Leader sein. Vom Aufstieg wird um die «Residenzler», wie sie daheim genannt werden, natürlich mehr denn je gesprochen. Contini aber sagt: «Ich muss immer noch nicht aufsteigen. Noch immer wollen wir die Saison unter den ersten drei beenden.»

So oder so verspricht die Spielzeit zu einem Erfolg für Vaduz und vor allem seinen Winterthurer Trainer zu werden. Denn der hatte das ganze Frühjahr 2013, um eine gute Mannschaft zusammenzustellen. Er tat dies ohne Rücksicht auf die aktuellen Resultate, die im (schwachen) 9. Schlussrang mündeten – und in Kritik über einzelne seiner Personalentscheide. Umso wichtiger war dann, mit dem neuen Team gut zu starten. Das glückte, und es wurde so konstant, dass es in 23 Runden erst einmal verlor.

Fortgeschritten sind auch die Planungen für die neue Saison, ungeachtet der Ligazugehörigkeit. 15 Spieler haben bereits einen Vertrag über die laufende Saison hinaus; dazu kommen die beiden Leihspieler Kwang-Ryong Pak vom FCB und Joel Untersee von Juventus Turin. Neu verpflichtet werden noch drei. Nur bei deren Wahl wird massgeblich sein, ob es in die Super League geht oder bei der Challenge League bleibt. Personelle Umstürze gibt es also keinesfalls, «denn wir wollen nicht dieselben Fehler machen wie beim letzten Mal», sagt Contini. Wie einst nach Auf- und Abstieg 2008/09, als Trainer Pierre Littbarski mit Heerscharen neuer Spieler jegliche Konstanz zerstörte. (hjs/mis)

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