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Väter zwischen zwei Kulturen

zürich. Das Pilotprojekt «Väter Forum» hat zum Ziel, Migranten in Präventionsthemen zu sensibilisieren. Nach erfolgreichem Start nimmt es die Suchtpräventionsstelle in ihre laufende Arbeit auf.

Rauchen, Alkohol, Geld, das Internet – unabhängig von ihrer Herkunft stellen Kinder ihre Eltern vor ähnliche Herausforderungen. Der Umgang damit unterscheidet sich jedoch je nach Kultur und Tradition stark. Die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich hat mit dem Projekt «Väter Forum» im Jahr 2010 erstmals ein Angebot geschaffen, das ausschliesslich ausländische Väter als Zielgruppe hat. Nun soll es in die laufende Arbeit integriert werden.

Seit dem Start dabei ist der fünffache Vater Osman Abdulkadir aus Somalia. Er fungiert als Moderator. Das bedeutet: Er wurde von der Suchtpräventionsstelle in den Themen Gesundheitsförderung, Suchtprävention und Moderation von Kleingruppen geschult. Seit drei Jahren organisiert er Treffen für Väter derselben Muttersprache, vermittelt Informationen zu präventionsrelevanten Themen und moderiert anschliessend den Austausch. Gleichzeitig ist er immer auf der Suche nach neuen Teilnehmern. Neben ihm stehen weitere 13 Moderatoren im Einsatz, die in den Sprachen Albanisch, Bosnisch-Kroatisch, Serbisch und Spanisch Diskussionen leiten. Eltern spielten eine grosse Rolle in der Prävention, sie lebten Haltungen und Verhaltensweisen vor, sagt Claude Hunold, Direktor der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich. Viele Präventionsangebote sprächen sie deshalb gezielt an. Handle es sich bei den Eltern jedoch um Migranten, so käme man oft nur mit der Mutter in Kontakt.

Viel Skepsis zu Beginn

D.Auch die Moderatoren mussten Hürden überwinden: Die Skepsis bei seinen Landsmännern sei anfänglich gross gewesen, sagt Abdulkamir: «Sie dachten, ich mache das nur wegen des Geldes.» Mit der Zeit hätten sie aber verstanden, dass hier etwas für die Zukunft ihrer Kinder getan werde.

In 88 Runden erreichten die Moderatoren 414 Väter. Die ersten Väter-Foren fanden zum Thema «Vater sein in meinem Herkunftsland – Vater sein in der Schweiz» statt. Die Teilnehmer mussten dazu Stichworte auf Flipcharts notieren. Ein Blick dar­auf zeigte: Während bei den Herkunftsländern oft nur wenige Notizen zusammenkamen, füllten die Ansprüche in der Schweiz mehrere Seiten. In der anschliessenden Diskussion kristallisierten sich die Themen heraus, die die Väter als wichtig erachteten. In den nächsten Jahren führten sie zu Themen wie «Respekt», «Trinken, Rauchen, Kiffen» und «digitale Medien» Väter-Foren durch.

Die externen Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 8000 Franken im Jahr. Darin einberechnet sind die Pauschalen von 150 Franken pro Treffen für die Moderatoren. Diese organisieren sie selbstständig und an Orten, an denen sie sich auch sonst treffen: in der Moschee, Gemeinschaftssälen oder zu Hause. auch So könnten in dieser Art des Schneeballsystems bald Foren zu weiteren gesellschaftsrelevanten Themen durchgeführt werden.

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