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Vegane Kochlektion für Kinder

In Winterthur werden neu Kinderkochkurse angeboten. Auf tierische Produkte wird bei der Zubereitung verzichtet.

Melissa und Levinia zupfen Pfefferminzblätter vom Stängel für den Eistee, während Riana alle ihre Kräfte mobilisiert, um Knoblauch für die Salatsauce zu pressen. Im Kinderkochkurs wird geschält, gerührt und geschnipselt. Mit hübschen weissen und blauen Schürzen kochen zwölf Kinder vom Kindergartenalter bis zum Alter von zwölf Jahren verschiedene Menüs. Nachdem das Kursangebot letztes Jahr am Klimacamp in Zürich erfolgreich durchgeführt wurde, fand letzte Woche im Quartiertreff Wildbach der erste Kurs in Winterthur statt.In verschiedenen Gruppen bereiten die Kinder am Mittwochnachmittag jeweils je nach Aufwand ein oder zwei Rezepte zu. «Ihr müsst den Massbecher immer wieder schütteln, sonst könnt ihr die Menge nicht richtig ablesen», erklärt Mona Friedl, die für die Strategie und das Konzept der Kurse verantwortlich ist. Soraya, Celine, Lynn und Josina hören aufmerksam zu und messen die nächsten Zutaten ab. Sie werden von den beiden Mädchen, die Eistee machen, unterbrochen. Sie geben allen ein Steviablatt zum Probieren. «Das ist das süsseste Blatt, das es gibt», sagt Lauren Wildbolz. Sie ist Köchin und verantwortlich für die Rezepte. Insgesamt werden die jungen Köche von sechs Betreuern umsorgt. Das Team ist aus ganz verschiedenen Branchen zusammengewürfelt, vom Grafiker bis zur Sozialpädagogin. Was sie verbindet, ist, dass sie den Kindern zeigen wollen, wie man sich gesund ernähren kann.

Nur vegane Rezepte

Auf einem Tisch liegt ein brauner Brocken, der ein wenig aussieht wie ein Hackbraten. Er soll für Spiesse in Stücke geschnitten werden. Es ist aber kein Hackbraten, sondern Seitan, ein Produkt aus Weizeneiweiss. Fleisch, Milch und auch Eier sucht man vergeblich, denn alles, was die kleinen Köche an Zutaten brauchen, ist vegan. Man wolle keine kleinen Veganer erziehen, sagt Mona Friedl. Vielmehr soll der Kurs eine Handlungsalternative aufzeigen. Zudem sehe man bei einer veganen Verarbeitung alle Schritte: vom Mehl, Backpulver, Öl und Schokoladenpulver bis hin zum fertigen Kuchen. Das wäre bei Fleisch nicht möglich.Friedl lebt nicht vegan, im Gegensatz zu Wildbolz. Die Köchin verzichtet aus Überzeugung auf tierische Produkte: «Ich möchte einfach keinem Kind erklären müssen, was in einer Wurst alles drin ist.» Sie finde es schade, dass viele Kinder nicht mehr wissen, ob beispielsweise eine Aubergine auf dem Boden oder auf einem Baum wächst oder vielleicht doch aus dem Supermarkt kommt.

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