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Vertraute Stadt, mit fremden Augen gesehen

ZÜrich. Die Reisejournalistin Nicole Quint hat sich vor vier Jahren in Zürich niedergelassen. Jetzt verrät sie in einem Buch ihre liebsten Plätze.

Gerade ist sie aus Lettland zurückgekommen, die Reisejournalistin Nicole Quint, mit vielen neuen Eindrücken. Sie genoss die Reise, freute sich aber auch auf die Rückkehr nach Zürich. Hier ist sie nach langen Aufenthalten in Indien, China, Irland und Griechenland nun seit 2009 sesshaft geworden.

Sie schätze in Zürich, gerade im Vergleich mit ihrem früheren Wohnort Berlin, das eher ruhige Leben. «Zürich ist überschaubar», sagt sie. Sie ist froh über die Möglichkeit, rasch in der Natur zu sein, sie freue sich über die vielen kulturellen Angebote, und hervorragend findet sie die Möglichkeit, mit Tram, Bus und Bahn überall rasch hinzukommen. Zürich komme ihr vor wie ein Delikatessengeschäft mit überreichem Angebot, schreibt sie in ihrem soeben erschienenen Buch «Zürich – vertraut und ganz anders». Sie hat die Stadt gern bekommen, ist mit offenen Augen darin herumgestreift und beschreibt nun 66 Lieblingsplätze und zusätzlich elf Orte, wo noch ursprüngliches Handwerk gepflegt wird.

Ein Logenplatz ob der Limmat

Im knapp 220-seitigen Reiselesebuch verrät sie ihrer Leserschaft, was ihr, der neu Zugezogenen, besonders gefällt. Da ist zum Beispiel der Lindenhof, den sie als «Logenplatz über der Limmat», beschreibt, wo, etwas versteckt, die Kopie eines Grabsteins steht, auf dem der alte Name Zürichs, Turicum, erstmals aufscheint.

Auch andere bekannte Örtlichkeiten finden Erwähnung, etwa die Kirche St. Peter, der Hauptbahnhof mit dem Schutzengel der Niki de Saint Phalle, die Urania-Sternwarte, das neue Restaurant Clouds zuoberst im Prime Tower oder die Waid mit der wunderbaren Aussicht über die Stadt.

Auch weniger Bekanntes ist aufgenommen, so der Elefantenbach, benannt nach dem Betondickhäuter, der hier zur Freude der Kinder mit seinem Rüssel Wasser in die Höhe spritzt. Der Fledermaushörposten bei der Werdinsel ist auch eine Trouvaille, die nicht jedermann bekannt ist, und beim Zivilschutzmuseum sind der Autorin vor allem der Eifer und die Kompetenz des Kurators in bester Erinnerung. Im Friedhof Fluntern ist sie auf die Grabstätte von James Joyce und seiner Frau gestossen, und zusätzlich weist sie auf die James-Joyce-Bar in der Pelikanstrasse hin mit ihrer Inneneinrichtung aus einer originalen Dubliner Jugendstilbar.

Nach dem Verblüffendsten gefragt, das ihr in Zürich und Umgebung begegnet ist, erwähnt sie das Kuhreiten auf dem Bolderhof Hemishofen und die Kürbisbootregatta auf dem Pfäffikersee.

«Das könnte in Berlin sein»

Ferner nimmt sie die Leser mit in den Skulpturenpark von Bruno Weber am Rand von Dietikon, ins Brockenhaus, zum Chäs-Vreneli, in den Schiffbau, zum Oerliker Markt, in die Brauerei Flüegass oder ins Café für Dich bei der Bäckeranlage, das für Nicole Quint den Charme eines Berliner Cafés ausstrahlt. «Das könnte genauso gut am Prenzlauer Berg stehen», meint sie, und ­geniesst den Latte macchiato, während sich hinten in der Spielecke Kinder aus dem Quartier vergnügen. «Eigentlich müsste noch ein zweiter Band folgen», findet Nicole Quint. Sie hat noch viel mehr Lieblingsplätze gefunden als bloss 66.

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