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Verwaltungs AG: Längere Anklage, unveränderte Strafe

Sechs Jahre soll der Ex-Chef der Verwaltungs AG ins Gefängnis, fordert der Staatsanwalt. Er hält damit – trotz einer Ergänzung der Anklageschrift – unverändert an seiner Forderung fest.

Der ehemalige Präsident der Verwaltungs AG ist nun auch der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Urkundenfälschung angeklagt. Diese beiden Punkte sind zu den ursprünglich eingeklagten Veruntreuung und Betrug hinzugekommen. Der Staatsanwalt hat seine Anklageschrift ergänzt, wie dies das zuständige Winterthurer Bezirksgericht am 2. Oktober in den Raum gestellt hatte – und den ersten Prozess deshalb damals zur Verwunderung einiger anwesender Gläubiger auf morgen Mittwoch vertagt hat. Diese zusätzlichen Anklagepunkte haben an der beantragten Strafe nichts geändert; der Staatsanwalt fordert für den 53-jährigen Beschuldigten unverändert eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

Mit falschen Angeben Kredit erschlichen

Der ehemalige Chef der Ver­waltungs AG (VAG) wird als einziger für den Untergang der Firma juristisch verantwortlich gemacht. Er sei, heisst es in der Anklageschrift, die «zentrale und prägende Persönlichkeit» des Unternehmens gewesen, das am Ende für 235 Hauseigentümer rund 500 Liegenschaften mit rund 7000 Miet­objekten verwaltet hatte.Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, Kundengelder der VAG unrechtmässig als Darlehen an seine andere, in Liquiditätsengpässen stehende Firma überwiesen zu haben (Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung). Dadurch geriet auch die VAG «in einen erheblichen finanziellen Engpass». In der Folge soll der Firmenchef einen Bankkredit über 1,5 Millionen Franken aufgenommen haben. Dieses Fremdkapital erhielt er gemäss Anklageschrift allerdings nur, weil er falschen Angaben machte (Betrug, Urkundenfälschung). Der Beschuldigte habe sich dabei «nicht auf eine einfache Lüge beschränkt», hält der Staatsanwalt fest. Sondern er habe vielmehr «Machenschaften angewandt, indem er unter anderem eine unkorrekte Fassung der Bilanz der Verwaltungs AG vorlegte».

Über 200 Hausbesitzer verloren Mieteinnahmen

Als der VAG im Jahr 2008 das Geld ausging, war sie eine der grössten Immobilienfirmen der Stadt. Über 200 Hausbesitzer verloren dadurch ihnen zustehende Mieteinnahmen und wurden zu Gläubiger. Laut dem Liquidator forderten alle zusammen insgesamt 6,7 Millionen Franken. Ein Drittel soll inzwischen zusammengekommen sein. In verschiedenen Verfahren, unter anderem vor dem Zürcher Handelsgericht, versuchen sie weitere ausstehende Beträge einzufordern.

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