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Verwirrung rund um angebliche Festnahme von Gaddafi-Sprecher

Widersprüchliche Angaben aus Libyen zur angeblichen Festnahme von Mussa Ibrahim, dem früheren Sprecher von Machthaber Muammar al-Gaddafi: Wenige Stunden nachdem die libysche Regierung dessen Verhaftung bekannt gegeben hatte, relativierte sie ihre eigenen Aussagen.

Die Regierung habe nichts Offizielles über die Festnahme irgendeines Mitglieds des früheren Regimes verlauten lassen, sagte Regierungssprecher Nasser al-Manaa im privaten Fernsehsender Libya al-Ahrar am Samstagabend.

Zuvor hatte der libysche Vize-Premier Mustafa Abu Schagur über den Kurznachrichtendienst Twitter vermeldet, dass der "Kriminelle Mussa Ibrahim" in der Stadt Tarouna zwischen Bani Walid und Tripoli verhaftet worden und auf dem Weg in die Hauptstadt sei.

Im Verlaufe der Nacht auf Sonntag tauchte dann im Internet eine Tonaufnahme auf, in der Ibrahim seine eigene Festnahme bestritt. Die Echtheit der Aufnahme konnte jedoch nicht überprüft werden.

Darin sagt ein Mann, der sich als Mussa Ibrahim vorstellt: "Mit den Nachrichten über meine Festnahme soll von den Verbrechen abgelenkt werden, die die Rebellen der NATO gegen unsere Leute in Bani Walid verübt haben." Dort würden selbst Frauen und Kinder getötet. Er selbst befinde sich gar nicht in Libyen.

Die Wüstenstadt Bani Walid ist seit Tagen Schauplatz von Kämpfen, regierungstreue Milizen beschiessen die Stadt. Am Samstag seien neun Tote und 122 Verletzte eingeliefert worden, sagte ein Verantwortlicher des Spitals der nordöstlich gelegenen Stadt Misrata, in dem regierungstreue Kämpfer behandelt werden.

Widersprüchliche Angaben gab es darüber hinaus auch über das Schicksal von Gaddafis jüngstem Sohn Chamis. Ein Reporter des libyschen TV-Senders Libya TV sagte, er habe die Leiche von Chamis mit eigenen Augen gesehen.

Abu Schagur erklärte in der Nacht über Twitter, die Leiche sei in ein Spital in der Stadt Misrata gebracht worden. Bani Walid hatte 2011 zu den letzten Hochburgen der Truppen des Gaddafi-Regimes gehört.

(sda)

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