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Vettel gewinnt auch als lachender Dritter

Auch ein Kers-Problem im Training, ein schlechter Start, eine frühe Kollision mit Lewis Hamilton, ein kaputter Frontflügel und einige sonst ungewohnte kleine Fehler haben Sebastian Vettel und seinen Red Bull-Renault nicht am vierten Sieg im Grossen Preis von Japan und am fünften in Folge in dieser Saison hindern können. Vorzeitig Weltmeister ist er nur deshalb nicht geworden, weil Fernando Alonso mit frustrierenden 45 Sekunden Rückstand als Vierter eine nur noch theoretische Chance wahrte, Vettel mit vier Siegen in den vier letzten Rennen noch abfangen zu können. Nur zehn Punkte oder einen fünften Platz braucht der Deutsche jetzt noch für den vierten Titel in Folge.

Angerichtet war in der imposanten Suzuka-Arena eigentlich alles für Vettels Teamgefährten Mark Webber, der sich mit einem Sieg von der Grand-Prix-Bühne verabschieden möchte und mit der Poleposition die beste Voraussetzung dafür schaffte. Den Strich durch die Rechnung machte dem 37-jährigen Australier der Genfer Lotus-Fahrer Romain Grosjean, der beim Start von einer Berührung zwischen Vettel und Hamilton profitierte und sich auch noch an Webber vorbeipresste. Weil dieser in der Folge keinen Weg am Lotus vorbei fand, entschloss sich Red Bull zu einem Strategiewechsel auf drei Boxenstopps. Der hätte sich auszahlen können, doch Webbers Aufholjagd geriet trotz frischer Reifen wieder hinter Grosjean ins Stocken. Als er den Lotus endlich überholen konnte, war Vettel, der beim selben Manöver weniger gezögert hatte, entscheidend davongezogen. Anstalten, seinem langjährigen Stallgenossen ein Abschiedsgeschenk zu bereiten, machte er in seinem Lieblingsrennen nicht.

Wie Alonso gegen Vettel hat auch Ferrari gegen Red Bull noch eine unrealistische Chance, die Markenwertung noch für sich zu entscheiden. Da Mercedes aber die schwächste Leistung der ganzen Saison zeigte und sich mit Nico Rosbergs achtem Platz bescheiden musste, konnte Ferrari trotz einer Befehlsverweigerung von Felipe Massa den zweiten Platz nicht nur verteidigen, sondern sogar ausbauen. Beide müssen neu aber Lotus fürchten, das dank Grosjeans siebtem Podestrang und Kimi Räikkönens fünftem Platz viel Boden gutmachte und das zweitbeste Auto auf der Piste wusste. Dahinter reihte sich das verblüffende Sauber-Duo ein, das Rosberg, Button und Massa auf die verbleibenden Punkteplätze verwies. Für die direkten Gegner des Schweizer Teams gab es trotz Hamiltons Ausfall keinen Lohn. Mit Ausnahme des elftklassierten Paul di Resta im Force India wurden sie erst noch durch die Überrundung gedemütigt. (pl)

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