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Videoüberwachung soll Vandalen von Schülerfahrrädern fernhalten

In der Sekundarschule Grafstal werden bald Kameras installiert. Sie sollen verhindern, dass weitere Fahrräder beschädigt und Schüler in Gefahr gebracht werden.

Steil fällt die Dorfstrasse in Grafstal ab. Hier bremsen täglich Scharen von Jugendlichen, um ihre Mofas und Velos im Innenhof des Sekundarschulhauses abzustellen. Oder sie strampeln den Hang hoch, um abends nach dem Unterricht hinunterzurollen und schlimmstenfalls festzustellen, dass die Bremsen versagen. So hätte es dem Jungen aus der Klasse 2b gehen können, der an einem Dienstag im August gerade noch rechtzeitig feststellte, dass die Bremskabel seines Fahrrads durchtrennt waren. Er meldete es Rita Frei, der Schulleiterin im Schulhaus Grafstal. «Wir können nicht länger zuschauen», sagt Frei, «solche Fälle von Vandalismus sind lebensgefährlich.» Videokameras sollen nun den Velo-ständer überwachen. Problem Schulweg Der Schüler hatte Glück: Es sind schon Unfälle mit Verletzungsfolgen vorgekommen, die klar auf Manipulationen zurückgeführt werden können. Die teils massiven Beschädigungen sind ein Dauerthema. Seit 2011 kämpfen Eltern und Schule dagegen an. «Unsere gemeinsame Sorge ist der Heimweg», sagt Kurt Portmann, Präsident der Schulpflege. Neben gelösten Bremskabeln sind zerschnittene Reifen das Hauptproblem. Die Schüler können so leicht stürzen in einer Kurve. Wer hinter den Taten steht, ist unklar. «Sind es Racheakte? Oder Spannungen unter den Schülern? Keiner weiss, was hier los ist», sagt Portmann. Zwei Schülerinnen, auch ihre Fahrräder wurden schon beschädigt, sind verunsichert und froh, dass Kameras nun Besserung bringen sollen. «Wahrscheinlich sind es ältere Schüler», mutmassen sie, «aber einen konkreten Verdacht haben wir nicht.» Vielversprechend, aber teuer Schule und Behörden haben sich einiges einfallen lassen und viel ausprobiert: Gespräche geführt.einen Polizisten gebeten, kurz zu den Velos zu stehen, in der Hoffnung auf Signalwirkung. Kameras als Attrappen installiert. Während Tagen einen privaten Beobachtungsdienst patrouillieren lassen. Niemand konnte dingfest gemacht werden. Im Sinne der Fürsorgepflicht dürfe nicht zugewartet werden, bis ein wirklich gravierender Unfall passiere, wie es im Beschluss des Gemeinderates vom 20. August heisst. Die Kameras sollen in den kommenden Herbstferien angebracht werden. Die Kameras sind teuer, budgetiert hat die Gemeinde 33 000 Franken. Alle Zweifel sind jedoch noch nicht vom Tisch. Videoüberwachung ist umstritten und rechtlich heikel. Hanspeter Kerker, IT-Verantwortlicher am Schulhaus, findet die Massnahme übertrieben: «Solche Aufnahmen sind eine Kriminalisierung der Schüler.» Allerdings liegt nun eine amtliche Bewilligung vor, Einsicht in die Aufzeichnungen darf nur der Sicherheitsvorsteher der Gemeinde nehmen. Vandalismus gibt es auch anderenorts, auch anderswo hat man nach Lösungen gesucht. Seuzach beispielsweise hat sich auch für Kameras entschieden, für den dreifachen Betrag und mit Erfolg.

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