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Viel Arbeit für einen Pflichtsieg geleistet

Winterthur. Der EHC Winterthur schlägt in der Erstliga-Ostgruppe Uzwil nach einem temporeichen Spiel 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) – ein Sieg, der sich auf die Tabellensi­tua­tion positiv auswirkt.

1:0 ist nicht gerade ein Resultat, das auf einen spektakulären Match hindeutet. Zumal nicht, wenn es der Sieg eines Titelanwärters über einen Abstiegskandidaten ist, den der EHCW ja unbedingt realisieren musste. Alles andere wäre nur eine weitere Enttäuschung gewesen. Aber die Winterthurer enttäuschten nicht, und schon gar nicht taten es die Uzwiler. Trotz des nur knappen Resultates bekamen die 900 Zuschauer in der Eishalle Deutweg ein Spiel mit vielen Höhepunkten zu sehen. Eines, das von Tempo, Intensität und von Zweikämpfen geprägt war, die oft an der Grenze des Zulässigen geführt wurden. Eines aber auch, das schliesslich den richtigen Sieger ergab. Wohl hätte sich Uzwil aufgrund seines engagierten und furchtlosen Auftritts mehr verdient als null Punkte. Aber der EHCW verteidigte seinen knappen Vorsprung, den Captain Rafael Geiser mit seinem Tor in der 35. Minute herausgeschossen hatte, am Ende doch ziemlich unangefochten.

60 Minuten gelaufen

Dank dem Sieg konnte der EHCW seine Position im Spitzentrio festigen, ja den Rückstand auf Leader Dübendorf gar auf zwei Punkte verkürzen. Denn die Glattaler verloren gegen Chur, das am Mittwoch den EHCW empfängt, überraschend nach Penaltyschiessen 2:3. Und Chiasso gewann das Verfolgerduell in Bülach 6:3.

Wichtig war aber nicht nur, dass der EHCW nach drei Niederlagen in den letzten vier Spielen wieder gewann, sondern vielmehr noch die Art und Weise, wie er das tat. «Unsere Ausgangslage war nach den Niederlagen schwieriger als in der Vorrunde, weil Uzwil besser ist als damals», erklärte EHCW-Trainer Markus Studer. «Aber wir sind diesmal 60 Minuten lang gelaufen. Deshalb bin ich mit der Reaktion zufrieden.» Nach dem 2:4 am Mittwoch in Arosa hatte Studer bemängelt, dass seine Spieler eben zu wenig gelaufen seien und keine Intensität erzeugt hätten. Diesmal stellte er die Partie gar auf die gleiche Stufe wie die Auswärtssiege in Chiasso und Bülach.

Eine Frage des Timings

Der Wille, es besser zu machen als zuletzt, war bei den Winterthurern von Anfang an zu spüren. Sie kamen mit Schwung ins gegnerische Drittel, wo aber bei Uzwils starkem Goalie Ralph Sonder vorerst Endstation war. Zum Teil war der EHCW in dieser Phase auch zu spielerisch orientiert, oft wurde noch ein Pass gespielt, wenn ein energischer Abschluss die bessere Wahl gewesen wäre. Der EHCW liess auch den einen oder anderen Konter zu.

Das änderte sich im mittleren Abschnitt. Die Intensität blieb hoch, was übrigens nicht einseitig das Verdienst des Heimteams war. «Uzwil hat uns auch in dieses Tempo hineingezwungen», sagte Studer nachher. Aber die Winterthurer suchten nun öfter den direkten Weg aufs Tor. Dabei zeigte sich freilich auch, dass es in dieser Disziplin bezüglich Timing und Abstimmung noch einiges zu verbessern gibt. Die Ausnahme bildete die spielentscheidende Aktion in der 35. Minute: Spencer Rezeks Schuss wurde abgeblockt, aber Rafael Geiser lief genau richtig nach, übernahm die freie Scheibe und zielte gut.

Eine andere Geschichte war, dass Alain Rüfenacht bis zum Schluss als Torschütze ausgerufen wurde. Der ehemalige Uzwiler in den Reihen des EHCW wurde nach dem Match zum offiziell besten Spieler gekürt und durfte sich gleich in beiden Fankurven feiern lassen. Immerhin: In der 12. Minute war er mit einem Pfostenschuss einem Treffer ziemlich nahe gewesen.

Den knappen Vorsprung brachte der EHCW über die Zeit, und zwar je länger, desto besser. Nachdem die Uzwiler im mittleren Abschnitt fast vollständig beherrscht worden waren, kamen sie kurz vor Drittelsende gleich zu zwei Ausgleichschancen, die sie aber nicht nutzten. In der 45. Minute hatte Routinier René Stüssi das 1:1 nochmals auf dem Stock. Doch er scheiterte an Remo Oehninger, der genau gleich wie Remo Trüb eine Woche vorher beim 3:0 gegen Bellinzona einen Shutout feierte.

Steigerungspotenzial da

Trotz des Sieges und der gezeigten Reaktion hat der EHCW natürlich noch weiteres Steigerungspotenzial. Das gilt vor allem in der Offensive, wo der eingeschlagene Weg auch gegen stärkere Mannschaften als Uzwil weiter verfolgt werden muss und wo vor allem wieder mehr Tore fallen müssen. Zwei in Dübendorf, eines in Seewen, drei gegen Bellinzona, zwei in Arosa und jetzt wieder nur eines sind noch nicht der Schnitt eines Titelkandidaten. Wobei Studer mit dem knappen Resultat diesmal nicht unglücklich war: «Eine höhere Führung hätte uns vielleicht übermütig gemacht. So mussten alle stets den Kopf bei der Sache haben.» Mehr erwartet werden darf ebenfalls wieder vom Powerplay, auch wenn mit An­dreas Perret ein selbst in dieser Formation wichtiger Mann fehlte.

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