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Vier Drohungen und eine mildere Strafe

Weil er dem neuen Partner seiner Ex gedroht hat, wurde ein Mann auch vom Bezirksgericht verurteilt. Es senkte jedoch die Strafe deutlich.

«Ich werde dich finden und erschiessen!» – «Ich werde dich schlachten!» Mit diesen Worten soll ein 37-jähriger Mann am Telefon dem neuen Freund seiner Frau gedroht haben. Das Paar lebt getrennt in zwei verschiedenen Gemeinden der Region Winterthur. Die drei gemeinsamen Kinder wohnen bei der Mutter, die seit Kurzem auch mit ihrem neuen Partner ein Baby hat.

Auf eine Anzeige des neuen Freunds hin brummte die Staatsanwaltschaft dem beschuldigten Mann eine bedingte Geldstrafe auf. Da er sie nicht akzeptierte, sass er gestern vor dem Bezirksgericht Winterthur. «Ich bin nicht so ein Mensch», sagte der Mann. Er sei auch nicht aggressiv, nur «extrem traurig» über die Si­tua­tion.

Gemäss seiner eigener Darstellung rief der Mann den Freund Ende Juni an, weil er sich um seine drei kleinen Kinder sorgte. Der älteste Sohn habe ihm kürzlich gesagt, er fürchte sich vor dem anderen Mann. «Ich wollte fragen, ob es stimme, dass er kifft und trinkt und deshalb den Fahrausweis verlor», sagte der Beschuldigte. Es seien zwar «schlechte Worte» gekommen, von ihm selbst und vom anderen. Doch die Drohungen will er nie ausgestossen haben. Auch beim zweiten Telefongespräch an jenem Abend nicht, und auch drei Tage später nicht, als er wieder anrief und fragte, weshalb er ihn bei der Polizei angezeigt habe.

Zudem stimme es nicht, dass er seiner Frau ge­gen­über gesagt habe, er bringe ihren Freund um, sagt er. Auf Nachfrage des Einzelrichters musste er allerdings einräumen, dass er sie schon einmal geohrfeigt und mit einem Hammer ihr Handy zertrümmert hatte. Am liebsten würde er weglaufen, sagte er. «Aber ich habe drei Kinder, das ist eine grosse Verantwortung.»

Verständnis für Sorge

Der Staatsanwalt hatte eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 100 Franken gefordert. Auch das Gericht sprach den Mann schuldig, senkte aber die Strafe auf 30 Tagessätze à 30 Franken. Man habe sich mit dem Schuldspruch sehr schwer getan, sagte der Richter bei der Urteilsbegründung. Man könne seine Sorge um die Kinder nachvollziehen, und die Aufregung dar­über, dass seine Frau fremdgegangen sei, sei verständlich. Doch Aufgabe des Strafgerichts sei es, zu prüfen, ob er in diesem Konflikt strafrechtlich relevante Aussagen gemacht habe.

Daran besteht für das Gericht kein Zweifel. Der neue Partner habe die Drohungen detailliert, lebensnah und nicht übertrieben geschildert, sagte der Richter. Auch sehe man kein Interesse seiner Frau, ihn zu Unrecht zu beschuldigen, um den Kontakt zu den Kindern zu erschweren. Dass er sich über die aktuelle Familiensi­tua­tion aufrege, sei bei der Strafzumessung stark berücksichtigt worden. «Allerdings: Der Tod ist die schwerstmögliche Drohung.»(flu)

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