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Vier Schüsse vom Balkon

In Oberwinterthur wurden am Wochenende wiederholt Schüsse von einem Balkon aus abgegeben. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. Ob er geständig ist, warum er schoss und worauf er zielte, blieb vorerst unklar. Verletzt wurde offenbar niemand.

Ein Grosseinsatz der Polizei sorgt in Oberwinterthur für Aufregung. Ein Bewohner des Hochhauses am Römertor hat am Samstag- und am Sonntagabend je zwei Schüsse von seinem Balkon aus Richtung Parkplatz abgefeuert. In beiden Fällen konnte die Polizei Patronenhülsen unterhalb der Balkonfront auf der Ostseite des Gebäudes sicherstellen, wie Werner Schaub vom Mediendienst der Kantonspolizei sagt. Ein Passant verständigte am Samstag um etwa 23.30 Uhr die Polizei und berichtete von zwei Schüssen. Die Stadtpolizei rückte aus, zog sich aber wieder zurück, ohne Zeugen zu vernehmen. Am Sonntag um 17.30 Uhr meldeten mehrere Bewohner des Hauses, dass zweimal von einem Balkon der Liegenschaft geschossen wurde. «Präzise Hinweise» der Anwohner, so der Polizeisprecher, führten die Polizei auf die Spur eines 46-jährigen Haus­bewohners. Als dieser das Gebäude am Sonntagabend verliess, wurde er durch Spezialisten der herbeigerufenen Einsatzgruppe Diamant der Kantonspolizei festgenommen. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung wurden Munition und Waffen sichergestellt. Verhör und Spurenanalyse Der verdächtige Schweizer wurde heute verhört. Gleichzeitig wurden die am Tatort gesammelten Spuren ausgewertet und miteinander verglichen. Die Abklärungen sollen unter anderem ergeben, ob die gefundenen Patronen­hülsen zu den sichergestellten Waffen passen. Erste Ergebnisse werden für morgen erwartet. Zum Verlauf des Verhörs wollte sich die Polizei noch nicht äussern. Damit blieb vorerst offen, ob der Mann geständig ist und ob er gezielt auf Personen geschossen hat oder nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft haben grundsätzlich 48 Stunden Zeit für erste Ermittlungen. Danach kann die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragen – oder der Verdächtige wird auf freien Fuss gesetzt. Die Schüsse haben offenbar niemanden verletzt oder getötet. Gestern vor dem Mittag war am Römertor nichts Auffälliges mehr zu entdecken. Beim Hotel Römertor wollte man sich zum Vorfall nicht äussern und verwies auf die Ermittlungen der Polizei. Das Hotel verfügt im Hochhaus über 22 Zimmer, weiter befinden sich im zehn­stöckigen Gebäude viele Wohnungen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag setzte die Polizei ein Grossaufgebot ein; der Parkplatz vor dem Hochhaus wurde abgesperrt. Die Verhaftung des Verdächtigen sei «ohne Probleme» über die Bühne gegangen, sagt der Polizeisprecher. Es habe kein Schusswechsel stattgefunden. Gegenüber Radio Top berichteten derweil mehrere Anwohner von einer Explosion, die sich am Sonntag etwa um 22 Uhr ereignet haben soll. Die Polizei führt diese auf einen Böller zurück, den offenbar ein Dritter in einer benachbarten Liegenschaft gezündet habe. Der Knall ereignete sich, als die Wohnung des Verdächtigen durchsucht wurde. Er stehe aber nicht in einem Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz und vermutlich auch nicht mit den Schussabgaben, heisst es.

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