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Vier Trümpfe, keine Medaille Olympiasiegerin muss aufhören

Vier Schweizer standen an der WM am Kreischberg im Final, aber keiner reüssierte. Olympiasieger Iouri Podladtchikov musste sich mit Platz 4 begnügen. Den Titel holte sich der Australier Scotty James.Kaitlyn Farrington

Die Fahrer vom Schweizer Headcoach Pepe Regazzi waren in Österreich angetreten, um ihre bereits jahrelange Serie von Erfolgen auf höchster Ebene fortzusetzen. Bei strömendem Regen verschwanden sie dann aber mehrheitlich von der Bildfläche. Im FIS-Fokus standen andere, die Schweizer waren in der aufgeweichten Halfpipe für einmal nur Nebendarsteller – hinter Scotty James, dem chinesischen Ex-Kunstturner Yiwei Zhang und dem Doppel-Junioren-Weltmeister Tim-Kevin Ravnjak.

Im Feld mit fünf Finalisten der letzten Olympischen Spiele überragte kein Vertreter von Swiss-Ski, sondern ein neuer Aufsteiger aus «Down Under»: Scotty James (20), aus Melbourne stammend und seit geraumer Zeit vor allem in den USA auf dem Brett. Schon im ersten von drei Läufen legte er mit dem Höchstwert von 91,50 die Basis zum zweiten WM-Gold eines Australiers im Männer-Tableau.

Die Schweizer hingegen, im FIS-WM-Ranking mit fünf Champions am höchsten taxiert, haben aus diversen Gründen erstmals seit sechs Jahren in der prestigeträchtigsten Disziplin eine Punktlandung auf dem WM-Podium verpasst. Das Timing fehlte generell, die Form nach längeren Ausfällen wohl auch.

Pepe Regazzi relativierte die empfindliche Niederlage. Ganz überraschend sei das unfreundliche WM-Ende nicht gekommen, so der Tessiner: «Einige meiner Fahrer haben eben erst eine längere Verletzungspause hinter sich. Hier wirkten sich oft nur ein paar Zentimeter zu unseren Ungunsten aus.» Mit der weicheren Unterlage seien die Herausforderer besser zurechtgekommen: «Am Freitag war die Pipe hart, da ging es für uns auf.»

Nur der Teamleader genügte

Auch Iouri Podladtchikov vermochte den «Nuller» nicht abzuwenden. In seinem speziellen Fall hingegen ist das Comeback an sich schon mit einer Erfolgsmeldung gleichzusetzen. Wegen eines Knöchelbruchs verbrachte er in den letzten Wochen erheblich mehr Zeit in Physioräumlichkeiten als auf seinem Board.

In seinem ersten Wettkampf nach 57-tägiger Verletzungspause genügte der Stadtzürcher gleichwohl als Einziger der Equipe höheren Ansprüchen. Nach zwei verhaltenen Durchgängen mit eher dosiertem Risiko gelang ihm im letzten Lauf dank einer anspruchsvollen Double-Cork-Kombination in respektabler Höhe die erhoffte Steigerung.

Die erste Niederlage nach seinem Gold-Triple nahm der entthronte Titelhalter ziemlich gelassen: «So traurig ist das nun auch wieder nicht.» Das Handicap mit der Fussverletzung führte Podladtchikov nicht an, aber in einer ersten Analyse thematisierte er das miserable Wetter.

Seine Teamkollegen kamen überhaupt nicht auf Touren. Christian Haller (7.) griff auf ein zu unspektakuläres Repertoire zurück und touchierte mit der Hand einmal zu viel den Schnee. David Hablützel, in Sotschi als Fünfter überraschend mitten in der Weltspitze klassiert, griff beim ersten Auftritt seit seinem Kreuzbandriss im letzten April zwar bei jeder Gelegenheit an, leistete sich aber zu viele Unsauberkeiten. Und Jan Scherrer rutschte mit einem Sturz pro Lauf ans Ende des Rankings ab.

Im Frauen-Wettkampf setzte sich erst zum zweiten Mal in der 19-jährigen WM-Geschichte der FIS eine Chinesin durch: Xuetong Cai dominierte die teilweise prominente Konkurrenz. si

Die Halfpipe-Olympiasiegerin von Sotschi , Kaitlyn Farrington, muss ihre Karriere beenden. Die 25-jährige Amerikanerin leidet an einer sogenannten Spinalstenose, einer Verengung des Wirbelkanals. Die Krankheit wurde letzten Oktober entdeckt. Bei Werbeaufnahmen in Österreich stürzte Farrington nicht besonders schwer, war danach aber während rund zwei Minuten vom Hals abwärts bewegungsunfähig. si

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