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Vifer Auftakt zum Dvo?rák-Schwerpunkt der Tonhalle Wiederholung des Programms heute, 19.30 Uhr.

zürich. Mit Robin Ticciati und Maximilian Hornung begeisterten am Mittwoch zwei junge Interpreten in der Tonhalle das Publikum mit Dvo?rák.

In dieser Saison setzt das Tonhalle- Orchester einen Dvo?rák-Schwerpunkt mit der Aufführung der späten Sinfonien. Den Auftakt dazu machte das Abonnementskonzert vom Mittwoch mit der Sinfonie Nr. 5 in F-Dur und dem Cellokonzert h-Moll. Mit dem Dirigenten Robin Ticciati und dem Cellisten Maximilian Hornung waren zwei junge, hochmusikalische Interpreten am Werk, die eindrücklich aufeinander hörten.

Angekündigt war für dieses Konzert eigentlich der Meistercellist Truls MØrk, der jedoch wegen einer Planungspanne der Agentur nicht in Zürich spielen konnte. Dies war die Chance für den Cellisten Maximilian Hornung, einstiger Student des Tonhalle-Solocellisten Thomas Grossenbacher und bis 2011 Mitglied des hiesigen Tecchler-Trios. 2005 gewann er den Deutschen Musikpreis und macht seither eine steile internationale Karriere. Seine letztjährige CD-Einspielung des Dvo?rák-Konzerts mit den Bamberger Sinfonikern wurde mit dem Echo Klassik 2012 ausgezeichnet.

Für Cellisten gibt es leider nur wenig grosse Konzertliteratur, Dvo?ráks Konzert ist das «romantische» Paradestück. Dabei hielt der Böhme das Mittellage-Instrument für Solokonzerte als ungeeignet und nannte es gar «ein Stück Holz, das oben kreischt und unten brummt». Erst der amerikanische Cellist Hanus Wihan konnte ihn von den besonderen Qualitäten des Violoncellos überzeugen. Für ihn schrieb er diesen musikantischen, klanglich hoch differenzierten und wunderbar ins Orchester eingebetteten Solopart.

Differenziert und weitatmig

Maximilian Hornung behauptete sich im klangüppigen Orchester mit schlankem und doch weich abgerundetem Ton. Dabei übernahm er mit subtiler Agogik die dramaturgische Führung. Vor allem der langsame Satz wurde so zum lyrisch verdichteten und doch weitatmig gedachten Höhepunkt, Hornungs Tongestaltung war subtil differenziert und betörend. Der Dirigent Robin Ticciati achtete sehr sorgsam auf die «Regungen» des Solisten und vermochte mit dem spürbar motivierten Tonhalle-Orchester die Spannung zwischen begleitender Zurückhaltung und sinfonischer Kraft herrlich auszuspielen.

Die Bläser waren an diesem Abend hervorragend disponiert, sie blühten im Kammermusikalischen auf, fügten sich aber auch einfühlsam in den Orchesterklang ein. Bereits in der Sinfonie Nr. 5 in F-Dur, der ersten so richtig «böhmischen» von Dvo?rák, waren die Holzbläser virtuos verspielt und musikantisch frei in Erscheinung getreten. Ticciati kon­zen­trier­te sich auf das Musikalische, hielt den Orchesterapparat transparent und liess so Dvo?ráks Spiel mit den Themen in allen Farbregistern plastisch aufleben – mit jugendlichem Schwung und inniger Hingabe. Das Publikum ging mit und spendete den beiden hochkarätigen jungen Künstlern beigeisterten Applaus.

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