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Volksfest mit «Rössliriiti»

Festbeizen, Autoscooter und ein Karussell: Das war die Wiesendanger Dorfchilbi. Das Dorffest werde jährlich grösser, sagte OK-Präsident Stefan Langhard am Wochenende.

Oktoberfest-Stimmung, das gibts auch an der Wiesendanger Dorfchilbi. Im Biergarten servieren die Turnerinnen der Damenriege Weisswürste, Bier und Brezel. Sie tragen Dirndl und schunkeln neben dem Tresen, stehend, Arm in Arm, zu lüpfiger Musik. Am Samstagnachmittag ist im Festzelt noch nicht viel los, die Besucher haben es sich draussen an den Tischen, die in der Sonne stehen, gemütlich gemacht. Die Serviererinnen vertreiben sich die Zeit – mit Schwatzen und eben, Schunkeln. Die Mutter habe gesagt, er kriege bei ihr zu Hause keinen Kaffee, er müsse mit ihr an die Chilbi, sagt ein etwa 40-Jähriger mit Pferdeschwanz, augenzwinkernd. Und deshalb seien sie hier. Erst zum zweiten Mal zwar («Wir wohnen noch nicht sehr lange in der Gemeinde»), aber es sei Ehrensache, dass sie die Vereine unterstützten. Das ist sie, die Wiesendanger Dorfchilbi, ein Fest von den Vereinen für die Vereine und fürs Dorf. «Sie ist eine wichtige Einnahmequelle für die Vereine und somit ein zentrales Ereignis im Jahr», sagt Stefan Langhard, OK-Präsident und Präsident des Turnvereins. Lediglich einen kleinen Unkostenbeitrag für die zur Verfügung gestellte Infrastruktur leisten die Vereinsmitglieder an die Gemeinde, den Rest der Einnahmen dürfen sie behalten. Dass die Chilbi jeweils am zweiten Oktoberwochenende stattfindet, hat Tradition. Sie war einst ein Erntedankfest, bei dem die Einwohner den Gottheiten dankten für all das, was die Natur im Laufe des Jahres hervorgebracht hatte. Mittlerweile ist der religiöse Hintergrund verloren gegangen, der Anlass mutierte zum nicht mehr wegzudenkenden Volksfest. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, die Chilbi ab nächstem Jahr auf das erste Oktoberwochenende zu verschieben. «So fällt sie nicht mehr mitten in die Ferien», sagt Langhard. Der Anlass wachse stetig, und es gebe immer wieder neue Vereine, die mitmachten, sagt der OK-Präsident. 14 Festbeizen sind es in diesem Jahr. Dazu gehört auch das «Waldhüsli» (eine ehemalige Forsthütte) der SVP Wiesendangen/Bertschikon. Hier servieren die Politiker Käsefondue und tragen mit Schweizer Kreuzen bedruckte T-Shirts. Keine gewerblichen Stände Gewerbliche «Fressstände» sucht der Besucher allerdings vergebens. Denn die Vereine decken bereits ein breites kulinarisches Angebot ab. Auf keinen Fall fehlen darf jedoch das über 100-jährige Karussell der Genossenschaft «Rössliriiti für Alli», an der auch die Gemeinde beteiligt ist. Rotbackige Mädchen machen sich den Platz auf den schönsten Pferden streitig. Die Buben begnügen sich mit einem Ritt auf dem Löwen oder Elefanten. Für zwei Zehnjährige sind die Schleckwaren und der Autoscooter das Beste an der Chilbi. Dafür wenden sie je 20 Franken Sackgeld auf und hoffen, dass sie am Glücksrad der Cevi auch noch ein paar Sugus gewinnen.

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