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Volksschule hat Vorrang

Internationale Schulen dürfen nur Schüler aufnehmen, deren Eltern wirklich mobil sind. Für alle anderen Kinder soll der Zürcher Lehrplan gelten.

Expats, die nur vorübergehend in der Schweiz wohnen und arbeiten, schicken ihre Kinder oft nicht in die Volksschule, sondern an eine internationale Schule. Der Unterricht findet dort in einer Fremdsprache statt und folgt einem internationalen Lehrplan.

In den letzten Jahren haben zunehmend auch sesshafte Eltern ihre Kinder an einer internationalen Schule angemeldet. Der Bildungsdirektion gefiel das nicht. Sie erliess deshalb eine Regelung, wonach die «international schools» Schülern vorbehalten sind, deren Eltern regelmässig das Land wechseln. Dagegen protestierten nicht nur die betroffenen Schulen, sondern auch die FDP im Kantonsrat. In einem Postulat forderte sie, die Vorschrift sei abzuschaffen.

Der Protest ist inzwischen verstummt. Die Schulen sind auf juristischem Weg abgeblitzt und haben sich zwangsläufig mit der Vorgabe arrangiert. Und die FDP hat sich vor diesem Hintergrund ebenfalls davon überzeugen lassen, dass die Regelung keinen allzu grossen Eingriff in die Autonomie der Schulen darstellt.

Keinen Präzedenzfall schaffen

So lässt sich erklären, dass der Kantonsrat das FDP-Postulat gestern ohne auch nur eine Gegenstimme abgelehnt hat. Auch die Postulantinnen selbst drückten den Nein-Knopf. Sie schlossen sich der allgemeinen Ansicht an, dass hier lebende Kinder in der Volksschule unterrichtet werden sollen. Sie sei eine der letzten Klammern, die die Gesellschaft zusammenhalte, hiess es. Der Zugang zu Schulen ohne Zürcher Lehrplan dürfe nur im Sonderfall erlaubt werden. Sonst könnten auch andere – etwa religiös motivierte – Schulen eine Befreiung vom Lehrplan verlangen. (awe)

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