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Vom Beton-Rinnsal zum Wiesenbach

Der Rütelibach in Ettenhausen darf sich seinen Weg wieder selber suchen. Die Renaturierung dient dem Hochwasserschutz und fördert die Artenvielfalt.

Noch gleicht der Rütelibach in Ettenhausen mehr einer Baustelle als einem Gewässer. Die Bagger sind zwar weg, der Bach hat sich jedoch sein neues Bett noch nicht vollständig erobert. Das soll sich aber bald ändern, sagt Projektleiter Roland Hollenstein. «In einigen Monaten wird sich der Rütelibach hier seinen Weg gebahnt haben.» Zum Bach, der diesen Namen auch verdient, dürfte das Rinnsal allerdings höchstens nach starken Regenfällen anwachsen. Nichtsdestotrotz hat der Rütelibach in der Vergangenheit für überschwemmte Keller gesorgt. Die Verantwortlichen der Gemeinde Aadorf haben gestern über den Teilabschluss des Renaturierungsprojektes informiert. Der Rütelibach wurde ausgedolt und fliesst künftig oberirdisch als naturnaher Wiesenbach in den Tänikerweiher. Der oberirdische Bachlauf des Rütelibachs ist Teil des Gesamtkonzepts «Hochwasserschutz und Renaturierung Ettenhausen Süd». Das Konzept umfasst drei Etappen. Mit den Schutzwällen, welche die Siedlung Obstgarten vor Hochwasser schützen, wurde 2010 die erste Etappe umgesetzt. Durch die Umgestaltung des Rütelibachs ist nun auch der zweite Teil des Gesamtkonzepts fertiggestellt. 2015 wird in einem letzten Schritt der Häslerbach renaturiert. Die Kosten für diese Etappe belaufen sich auf rund 65 000 Franken, so Projektleiter Hollenstein. Insekten und Amphibien Zweiter, nicht minder wichtiger Aspekt ist die Förderung der Artenvielfalt. Raimund Hipp vom Thurgauer kantonalen Amt für Umwelt rechnet denn auch damit, dass «die Libellen den Rütelibach als Erstes bevölkern werden». Neben den Insekten sollen sich aber auch andere Tier- und Pflanzenarten bald wieder heimisch fühlen am «neuen» Rütelibach, zum Beispiel Amphibien. Hipp schliesst nicht aus, dass später sogar Fische im Bach leben werden. Die Renaturierungsmassnahmen sollen längerfristig die verschiedenen ökologischen Lebensräume wie den Wald und den Tänikerweiher miteinander verbinden.

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