Pfungen

Vom «blauen Engel» zum «grünen Güggel»

Die katholische Kirche erhält als Belohnung für ihr Umweltmanagement einen «grünen Güggel». Der Weg dahin führte über neue Pflanzen, verdichtete Fenster und ökologisches Druckpapier.

Umweltbewusst: die katholische Kirche in Pfungen.

Umweltbewusst: die katholische Kirche in Pfungen. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 9. Juli wird die Kirchgemeinde Pfungen als erste katholische Institution im Kanton Zürich den «grünen Güggel» erhalten. Der Verein Oeku Schweiz vergibt dieses Zertifikat für eine ökologisch nachhaltige Führung der Kirchgemeinde. In Pfungen hat sich diese grösstenteils in den letzten zwei Jahren entwickelt.

Die treibende Kraft dahinter ist Patrick Fischer, Präsident der Kirchenpflege: «Als Geschäftsführer des Vereins Grünwerk kenne ich mich mit dem Naturschutz ziemlich gut aus.» Und diesen vermisse er heutzutage in vielen Kirchen. «Dabei kann man nicht immer nur von der Schöpfung sprechen, sich selber aber nicht darum kümmern.» In einer Sitzung schlug er der Kirchenpflege deshalb anfangs 2015 vor, auf eine Zertifizierung mit dem «grünen Güggel» hinzuarbeiten. Sein Vorschlag stiess auf offene Ohren.

Massnahmen erarbeitet

Die Kirchgemeinde erarbeitete also einen grossen Katalog mit ökologisch wertvollen Massnahmen, wie zum Beispiel die Verdichtung der Kirchenfenster oder die Umstellung auf Öko-Strom. Aber auch im Bereich der Verpflegung setzen Fischer und sein «Umweltteam» auf mehr Nachhaltigkeit: «Wir verwenden künftig kein Einweg-Geschirr mehr. Zudem kaufen wir soweit möglich nur noch Lebensmittel aus der Region.»

«Wir mähen zum Beispiel nur noch zehn Prozent unserer Rasenfläche intensiv.»

Er fügt hinzu: «Wir verwenden auch nur noch Druckpapier mit dem Label ‹blauer Engel›.» Dadurch habe man die Garantie, dass das Papier auch nachhaltig hergestellt wurde.

Aber auch die Biodiversität soll laut Fischer nicht zu kurz kommen: «Wir mähen zum Beispiel nur noch zehn Prozent unserer Rasenfläche intensiv.» Damit wolle man Lebensraum für einheimische Pflanzen schaffen. Zudem habe die Kirchenpflege gemeinsam mit Firmlingen die Eingangspartie der Kirche umgestaltet. Dafür haben sie dort über 700 Kräuter-, Gewürz- und Blütenstauden angepflanzt.

Lehrgang besucht

Diese Massnahmen sowie auch deren Umsetzung hat Fischer grösstenteils selbst erarbeitet. Ein Experte hat ihn dabei aber fachkundig unterstützt.

Mittlerweile hat Fischer beim Verein Oeku selbst einen Lehrgang für kirchliches Umweltmanagement absolviert. Nun kann er auch andere Kirchgemeinden bei der Entwicklung ihrer eigenen Umweltprogramme unterstützen. Das sei bis jetzt zwar nicht geplant, er sagt aber: «Falls Anfragen kommen, bin ich sehr interessiert.»

Wirtschaftliche Vorteile

Eine nachhaltige Führung der Kirchgemeinde bringt laut Fischer nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile mit sich: «Wir mussten für die Erarbeitung, Umsetzung und Validierung unserer Massnahmen zwar rund 6000 Franken aufwenden.» Er sei jedoch überzeugt, dass die Einsparungen im Strombereich diesen Betrag langfristig übertreffen würden.

Die Kirchgemeinde wird sich deshalb weiterhin um möglichst viel Nachhaltigkeit bemühen. «Schliesslich wollen wir auch eine Vorbildfunktion übernehmen», sagt Fischer.

Öffentliche Information

Nach Erarbeitung des Massnahmekatalogs validiert eine externe Fachperson dessen Umsetzung. Damit der «Grüne Güggel» dann tatsächlich vergeben wird, müssen drei messbare Tatsachen aufgezeigt werden können.

Das hat Fischers Team nun geschafft und sich den «grünen Güggel» damit verdient. Am Montagabend informiert Fischer seine Gemeinde im örtlichen Pfarrsaal noch einmal ausführlich über das gesamte Projekt.

Öffentliche Infoveranstaltung: Montag, 8. Mai 2017, 19 Uhr, im Pfarrsaal der katholischen Kirchgemeinde Pfungen

Erstellt: 05.05.2017, 15:37 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles