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Vom Klassenzimmer in die Gaststube

Sekundarschüler aus Zell verfolgten Nahrungsmittel vom Produzenten bis zum Gericht auf dem Teller. Und sie sorgten im Gasthof Gyrenbad an zwei Abenden für das Wohl der Gäste.

Viele junge Menschen ernähren sich nur von Fastfood und haben kaum Inter­esse an gesunder Ernährung, so ist die gängige Meinung. Dass dem nicht so ist, bewiesen die Sekundarschüler der Gemeinde Zell. Gemeinsam mit Monika Kunz vom Restaurant Gyrenbad in Turbenthal realisierten sie das Projekt «Voll krass!». An zwei Abenden waren die Schüler für die Dekoration, die Unterhaltung, den Service und die Küche zuständig. Der Verein «Das Beste der Region», welcher sich für die Steigerung der Wertschöpfung regionaler Lebensmittelspezialitäten einsetzt, lanciert jährlich einen Wettbewerb. Darin wird der genussvollste, originellste und kreativste Anlass rund um das Thema Regionalprodukte ausgezeichnet. Monika Kunz hatte schon lange die Idee, zusammen mit Oberstufenschülern ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Sie konnte die Lehrpersonen der Sekundarschule Zell von ihrer Idee überzeugen. Als Erstes absolvierten die Schüler einen Schnuppertag im Gasthof Gyrenbad. «Während zwei bis drei Wochen waren jeweils vier Schüler bei uns im Haus», erklärt Christian Fuster, der die Leitung des Projekts übernommen hat, als Monika Kunz aus gesundheitlichen Gründen ausfiel. «Ich fand das Schnuppern toll. Die Mitarbeiter im Gasthof Gyrenbad waren sehr freundlich und haben uns alles erklärt», erinnert sich Sanja. Für Jam hingegen war der erste Tag etwas langweilig: «Der Anlass am Abend war aber toll, vor allem das Begrüssen der Gäste fand ich spannend.» Besuche bei den Produzenten Bevor es so weit war, besuchten die Schüler in Gruppen Produzenten in der Region. So zum Beispiel die Metzgerei Siegfried in Sitzberg. «Beim Metzger hat es mir sehr gut gefallen. Wir konnten dabei sein, als er Fleisch zerlegte. Auch beim Schlachten eines Schafes durften wir zuschauen», erzählt David begeistert. Andere besuchten die Natürli-Käserei in Saland oder die Gemüsegärtnerei Wettstein in Elgg. Am Abend haben die Schüler die Aufgaben, die in der Küche und im Service anfielen, untereinander aufgeteilt. «In der Küche kamen nur stressresistente Schüler in Frage, welche rasch und exakt arbeiten können», erklärt Küchenchef Dirk Trademann. Zu denen gehörte etwa Nikola. Er bereitete das «Mise en Place» wie ein Könner vor. Am vergangenen Freitag, als der zweite Anlass stattfand, bestritt er den Mittags- und den Abendservice. «Das Rüsten und Vorbereiten finde ich weniger spannend. Das Kochen selbst ist das Tollste. Für mich steht jetzt schon fest, dass ich Koch werden möchte.» Was die Schüler hinzauberten, konnte sich sehen lassen: ein gehaltvoller Apéro, danach ein farbenfroher Salat, als Hauptspeise ein reichhaltiges Buffet mit Fleisch, verschiedenen Beilagen und knackigem Gemüse und eine grosse Auswahl an Desserts. Gäste sowie Lehrpersonen waren überwältigt von der Qualität der Arbeit, welche die Schüler an den Tag legten: «Wenn ich meine Schüler hier so sehe, wie freundlich sie sind, wie fleissig sie arbeiten, wie sie sich ge­gen­über anderen verhalten, sind das Welten im Gegensatz zum Schulalltag», brachte es der Lehrer Hans Mägerle auf den Punkt. Für die Schüler war der Abend ebenfalls etwas Spezielles und sie verabschiedeten sich mit folgenden Worten: «Danke, dass wir stolz auf uns sein können.»

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