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Vom Kurierfahrer zum Drogenhändler

Ein 28-Jähriger lieferte Drogen anstatt Essen zu Kunden nach Hause. Obwohl er im grossen Stil mit Marihuana handelte, muss er nicht ins Gefängnis.

Der Angeklagte konnte keinen triftigen Grund nennen, wieso er angefangen habe, mit Drogen zu dealen. «Es hat sich einfach so ergeben», antwortete er auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden. Mit dem eigenen Lieferservice hätten er und sein Geschäftspartner zu wenig Geld für den Lebensunterhalt verdient und deshalb nach neuen Einkommensquellen gesucht. «Da hatten wir gemeinsam die Idee, Marihuana zu verkaufen», sagte der 28-Jährige. Er betonte, dass der Drogenhandel nur zur finanziellen Überbrückung gedacht war, bis die Jungunternehmer eine neue Firma gegründet hätten. Auf die Frage, was für ein Unternehmen das hätte sein sollen und wie sie damit Geld verdienen wollten, konnte er jedoch keine klare Antwort geben.

An die Polizei verraten

Der Angeklagte und sein Kollege verkauften während eines Dreivierteljahrs mehrheitlich Haschisch und Marihuana an Konsumenten. Dabei teilten sie sich die Arbeit auf: Während sein Partner die Drogen in Winterthur beschaffte, packte der Beschuldigte diese in Portionen ab und bewahrte das verdiente Geld bei sich in der Wohnung auf. Beide Beteiligten verkauften die Drogen in ihren Wohnungen oder lieferten sie sogar mit dem Auto zu den Kunden nach Hause.

Im vergangenen Sommer wurden der 28-Jährige und sein Komplize verhaftet. Ein Kunde hatte die Drogendealer an die Polizei verraten. 113 Tage lang sass der Angeklagte in Untersuchungshaft. Das Bezirksgericht Winterthur beurteilte gestern sein Verschulden als nicht schwer, weil er keine harten Drogen verkauft habe. Dass er ein Geständnis abgab, wurde ihm als mildernder Umstand angerechnet. Hingegen wurde seine Vorstrafe wegen Autofahrens unter Drogeneinfluss als strafverschärfend beurteilt. Das Gericht verurteilte ihn in einem abgekürzten Verfahren zu 13 Monaten bedingtem Freiheitsentzug mit einer Probezeit von drei Jahren. Der Gerichtsvorsitzende betonte bei der Urteilsverkündung, dass der Angeklagte in Zukunft für seinen Lebensunterhalt arbeiten müsse und nicht versuchen solle, schnelles Geld zu machen. Das Verfahren gegen seinen Komplizen steht noch aus.

Der Verurteilte wurde zudem wegen Tierquälerei für schuldig gesprochen. In seiner von der Polizei durchsuchten Wohnung war ein kranker Hase gefunden worden. Der Verurteilte hatte das mit einem Pilz infizierte Tier von seiner Vormieterin übernommen und es versäumt, es zum Tierarzt zu bringen.

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