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Von Mäusen und unsichtbaren Städten

Alljährlich trifft sich eine Künstlergruppe im Rosenberg in Wila, um sich gegenseitig zu inspirieren. Am kommenden Wochenende feiert sie mit einer Jubiläumsausstellung ihr 20-jähriges Bestehen.

Sie haben ihre Ateliers in Winterthur, im Tessin, in Dänemark oder gar in den USA – doch einmal jährlich kommen die Mitglieder der Künstlergruppe Rosenberg im gleichnamigen Kurszen- trum in Wila zusammen, um während einer Woche in gegenseitigem Austausch künstlerisch tätig zu sein.

«Die improvisierte Ateliergemeinschaft schafft einen Freiraum, um etwas Neues auszuprobieren», sagt Brigitte Wanzenried, die zusammen mit Guido Rubischung vor 20 Jahren die gemeinsame Arbeitswoche ins Leben rief: Denn allein, im eigenen Atelier, getraue man sich vielleicht unter Umständen weniger, einer zunächst verrückt scheinenden Idee eine Chance zu geben und sie anzupacken.

Motivierende Austauschrunde

Während der gemeinsamen Woche ist die Künstlergemeinschaft auch eine Lebensgemeinschaft – hier, in der ehemaligen Seidenweberei, wird gemeinsam gekocht, gegessen und auch vor Ort übernachtet. In einer morgendlichen Austauschrunde können sich die Kunstschaffenden Feedbacks und Ermunterungen für ihr aktuelles Projekt holen. Auch das gemeinsame Arbeiten Seite an Seite im ehemaligen Fabriksaal könne das eigene Schaffen auf neue Wege führen, sagt Wanzenried – Nachahmung sei durchaus erlaubt und erwünscht. Schon mehrmals habe es denn auch so etwas wie «springende Funken» gegeben – als etwa plötzlich das Collagefieber ausgebrochen sei oder als plötzlich mehrere Personen mit Monotypien, einer einfachen Form von Druckgrafik, ar­bei­te­ten.

An der Jubiläumsausstellung vom kommenden Wochenende zeigen zehn Kunstschaffende ihre Werke. Dabei gibt es viel Spannendes zu entdecken: unter anderem eine von Italo Calvinos Roman «Le città invisibili» inspirierte Gemäldeserie über unsichtbare Städte, eine wortwörtlich traumhafte Installation mit UV-Licht, Frottagen aus einem 300 Jahre alten Maiensäss, ein abstraktes Bild, dessen Erscheinung der Besitzer immer wieder neu selbst mitgestalten kann, sowie eine filmisch dokumentierte Mausverspeisung.

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