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Von Minensuche bis Altersheim

Die Stadt Illnau-Effretikon hat die Entwicklungsprojekte vorgestellt, welche sie dieses Jahr unterstützt. Die Einsatzregion ist dieses Mal Südosteuropa.

Stadtpräsident Ueli Müller präsentierte die ausgewählten Projekte gemeinsam mit den Vertretern der jeweiligen Hilfsorganisationen am Dienstag im Stadthaussaal. In den 70er-Jahren hatte die Effretiker Gemeindeversammlung beschlossen, bis zu einem Steuerprozent für Entwicklungshilfe auszugeben. Heute sei es etwa noch ein halbes Prozent, so Müller. Die Stadt steuert dieses Jahr 70'000 Franken bei. Gemeinsam mit Beträgen von zwei Kirchen, dem Verein Solidarbasar, den Kulturwocheneinnahmen und privaten Spenden ist ein Batzen von über 190'000 Franken zusammengekommen. «Ich bin sehr froh, dass so viel Geld zur Verfügung steht, und hoffe, dass die Entwicklungshilfe auch nächstes Jahr in ähnlichem Ausmass möglich sein wird», sagte Müller.

Nachwehen des Krieges

Im Vierjahrestakt wechselt der Kontinent, auf den sich die Hilfe konzentriert. Dieses Jahr geht das Geld nach Südosteuropa. Dort haben viele Länder noch mit den Nachwirkungen des Jugoslawienkrieges zu kämpfen. Fünf Projekte haben es geschafft, die Geldgeber zu überzeugen (siehe angehängter Artikel). Darunter ist ein Entminungsprogramm in Bosnien-Herzegowina, welches gefährliche Landminen entschärft, entfernt und so den Boden für die Lokalbevölkerung wieder nutzbar macht. Weiter ein Projekt, das beeinträchtigte Kinder in der Republik Moldau in die Schule integrieren will. Ein Unterfangen, das von der Regierung begonnen, jedoch ohne die nötigen Fachkräfte eingeführt wurde. Das Geld aus Effretikon soll helfen, den Erfolg des Projekts sicherzustellen. Ein anderes Vorhaben ist die dringend nötige Reform des Gesundheitssystems in Kosovo. Das System ist dort so unzuverlässig, dass viele Bürger aus dem Land flüchten, weil sie Angst davor haben, im Krankheitsfall im Stich gelassen zu werden. Ferner unterstützt Illnau-Effretikon ein länderübergreifendes Frauen- und Friedensförderungsprojekt, welches zum Beispiel einen interreligiösen Kindergarten ins Leben gerufen hat. Zum Schluss wird ein Mehrgenerationenhaus in der Republik Moldau gebaut. Dieses soll für allein gelassene Senioren, Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, und Kinder ein neues Zuhause werden. Dass zwei Projekte in der Republik Moldau angenommen wurden, ist kein Zufall, da das Land das bedürftigste in Europa sei, so Peter Staudacher von Caritas Schweiz.

Entwicklung trotzt Sparen

Illnau-Effretikon muss sich an ein Sparpaket halten. Deshalb hat der Stadtrat den Vorschlag gemacht, die Unterstützung für nächstes Jahr von 70'000 auf 55'000 Franken zu senken. Das ist einigen Parlamentariern jedoch noch nicht genug. Die SVP hat einen Vorstoss eingereicht, dass nur noch 35'000 Franken ausgegeben werden sollen. Das Postulat ist Thema in der heutigen Parlamentssitzung.Die Projekte werden im Vorfeld auf ihre Seriosität geprüft. Ganz sicher könne man aber nie sein, so Müller. Dies sei auch ein Grund, weshalb das Gremium jedes Jahr neu auswählt, mit welchen Organisationen es zusammenarbeiten möchte.

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