Zum Hauptinhalt springen

Vor der grossen Herausforderung

Winterthur. Er spielt erst zweieinhalb Saisons Basketball. Bereits ist Silvan Hungerbühler aber ein Schlüsselspieler im Winterthurer Erstliga-Team – und vielleicht bald in der NLB.

Fussball-Goalie, Kunstspringer, Volleyballer. Das war Silvan Hungerbühler, bevor er zum Basketball fand. Nur zweieinhalb Jahre später gehört er zur Starting Five im Team aus Winterthur. In der 1. Liga National. «Als ich anfing, war ich roh», erinnert sich der 1,94- Meter-Schlaks: «Ich wusste nichts von Basketball.» Hungerbühler hatte jahrelang das Tor gehütet im Fussballclub Winterthur. Doch dann war ihm das Kicken, mit dem er als 5-Jähriger begonnen hatte, verleidet. «Ich war zu wenig gut, körperlich noch zu schwach und zu klein.»

Basketball entdeckte der Winterthurer im Austauschjahr in Long Island, New York. Zwar vermochte er sich in Tryouts nicht ins High-School-Team zu spielen. «Da ging ich halt Kunstspringen.» Und spielte Volleyball. Und Fussball. Der 20-Jährige schmunzelt. Er habe den Zweifach­salto vom Einmeterbrett beherrscht, berichtet er von seiner kurzen Kunstspringerkarriere. Zurück in der Schweiz, trat Silvan Hungerbühler dem Basketballclub Winterthur bei. Heute spielt er mit Jin-Mark György im Team, einem früheren Klassenkollegen vom Gymnasium, der vom NLA-Klub GC nach Winterthur zurückgekehrt ist.

«Der Trainer nahm mich rasch in die erste Mannschaft», erzählt Silvan Hungerbühler. «Ich dachte: Das ist doch viel zu früh!» So spät zum Basketball gekommen, glaubte der Teenager nicht, im neuen Sport irgendwo hinzukommen. War es ein Sonderförderprogramm von Trainer Daniel Rasljic? «Ich habe nicht recht verstanden, wieso er mich so viel spielen liess», gesteht Hungerbühler. «Aber so bin ich schnell besser geworden. Heute kann man objektiv erklären, war­um ich viel Spielzeit habe.»

Einer, der keine Fehler macht

«Er macht keine Fehler», sagt Daniel Rasljic über den Flügel- und Centerspieler: «Er verhält sich immer richtig.» «Für mich ist wichtig, dass ich verstehe, was vor sich geht», erklärt Hungerbühler, Student der Philosophie an der Universität in Zürich. «Ich bin nicht so explosiv, nicht besonders schnell und ich habe gewisse technische Nachteile. Also muss ich schneller als andere erkennen, was ich tun muss.» Zuletzt habe er aber auch technisch dazugelernt, glaubt Hungerbühler. Und er bringe den Ball nun öfter im Korb unter als früher.

Siegen und ans Schwarze Meer

Und so ist Silvan Hungerbühler schon ein Schlüsselspieler in einem 1.-Liga-Spitzenteam. Die Qualifikation beendeten die Winterthurer in der Ostgruppe auf Platz eins. In der Zwischenrunde gelangen zehn Siege in zehn Partien. «Wir sind gross und reboundstark», kennt Hungerbühler die Qualitäten des eigenen Teams. «Und wir sind gut gecoacht.» Auch die Chemie im Team stimmt. «Das hier ist das sympathischste Team, in dem ich in meiner ganzen Sportlerkarriere je spielte», versichert Silvan Hungerbühler. Nach Saisonschluss haben die Basketballer sogar einen gemeinsamen Urlaub am Schwarzen Meer geplant.

Trotz der vielen Siege ist das grosse Ziel dieser Saison, der Aufstieg in die NLB, aber noch nicht erreicht. Gewöhnlich fragt der Verband bei den vier Teilnehmern des Final-Four-Turniers nach, ob sie aufstiegen wollen. Um zu diesen zu gehören, müssen die Winterthurer aber erst noch den Playoff-Viertelfinal gewinnen: ein Hin- und Rückspiel gegen Cossonay. «Der Modus ist für uns ärgerlich», sagt Silvan Hungerbühler. «Aber die zwei Spiele sind eine Herausforderung.» Eine eigentlich nicht unwillkommene. Denn Herausforderungen hatte das Team ja in dieser Saison noch nicht viele.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch