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Vorübergehende Hilfe für Kinder in Not

Die Winterthurer Stiftung Okey kümmert sich um Kinder, die psychisch oder physisch gefährdet sind. An einer Spenden-Gala sammelt sie Geld für die Finanzierung des Projekts Brückenwohngruppe.

Die 14-jährige Nina lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in Winterthur. Ihrer Lehrerin fällt auf, dass Ninas Leistungen sich plötzlich verschlechtern und sie oft niedergeschlagen und still ist. Im Gespräch mit einer Schulsozialarbeiterin zeigt sich, dass die Mutter psychische und physische Gewalt anwendet. Die Schule schaltet die Fachstelle Okey ein. Im Beisein von Okey wird die Mutter mit Ninas Aussagen konfrontiert. Die Mutter ist geständig und willigt in eine Erziehungsberatung ein. Allerdings gibt sie die Beratung nach kurzer Zeit wieder auf – die Si­tua­tion für Nina verschlechtert sich wieder. Okey rät nun zu einer Gefährdungsmeldung, die umgehend eingereicht wird. Heute lebt Nina bei einer Pflegefamilie, in der sie sich wohlfühlt, und eine Beiständin unterstützt die Mutter.

Zusammenarbeit mit Ämtern und Kantonsspital

Dies ist nur einer von gegen 600 Fällen, mit denen die Fachstelle Okey jedes Jahr zu tun hat. Bei rund jedem dritten Fall geht es um sexuelle Ausbeutung. 2013 betreute Okey zudem rund 300 Kinder, die körperlich oder psychisch misshandelt wurden. In anderen Fällen geht es um Drogenschädigung oder Vernachlässigung durch die Eltern. Die in Winterthur beheimatete Fachstelle Okey wurde 1993 gegründet und wird seit dem Jahr 2013 von einer Stiftung betrieben. Präsident der Stiftung ist Urs Hunziker, ehemaliger Direktor des Departements Kinder- und Jugendmedizin am Kantonsspital Winterthur. Als Ziel der Stiftung nennt er den wirksamen und koordinierten Schutz von Kindern und Jugendlichen, die misshandelt oder vernachlässigt worden sind. Dazu arbeitet die Stiftung eng zusammen mit Partnern wie dem Kantonsspital, dem kantonalen Amt für Jugend- und Berufsbildung und der Opferhilfe.

Brückenlösungen sind rar

Diesen Freitag veranstaltet die Stiftung erstmals eine Charity-Gala im Casinotheater. Die Erlöse aus den 350 Franken Eintrittsgebühr sowie einer kleinen Kunstauktion im Rahmen der Gala sollen in das Projekt Brückenwohngruppe fliessen. Laut Hunziker mangelt es in der Region an einem Angebot für Jugendliche, die in einer akuten Notsi­tua­tion sind und kurzfristig eine betreute Unterbringung benötigen. Kinder wie Nina sollen falls nötig übergangsweise in einer Brückenwohngruppe unterkommen, bis für sie eine längerfristige Lösung gefunden wird.Übergangslösungen sind oft schwierig zu finden. Deshalb sehen Fachpersonen den Bedarf einer Wohngruppe mit vier bis sechs Betten und dem entsprechenden Betreuungspersonal. Pro Jahr könnten so etwa fünfzig Kinder und Jugendliche für zwei Wochen bis maximal drei Monate untergebracht werden. Hunziker schätzt, dass das Projekt im ersten Betriebsjahr rund 600'000 Franken kostet. Die bereits ausverkaufte Gala werde nicht den gesamten Betrag einbringen, aber den Startschuss für die Spendensammlung bilden.

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