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Wahlbeobachter: Gfellers Resumaziun

Ein Blick in die Dissertation des einzigen Doktors im Winterthurer Stadtrat.

Wenn ein Politiker oder eine Politikerin sich rühmt, eine Doktorarbeit geschrieben zu haben, löst das heutzutage Stirnrunzeln aus. Schuld daran sind prominente Negativbeispiele von Karl-Theodor zu Guttenberg bis zu Doris Fiala. Auch Matthias Gfeller, der einzige Doktor im Stadtrat, musste sich dar­um an seinem Wahlkampfstart kritische Nachfragen zu seiner Dissertation «Problemlösungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz» gefallen lassen. Den Verdacht, auch er könnte Texte aus dem Internet kopiert haben, hatte Gfeller jedoch schnell widerlegt: Er schrieb die 241 Seiten im Jahr 1991 – zehn Jahre bevor Wikipedia überhaupt erfunden wurde. Interessantes Detail: Gfellers Dissertation hat Zusammenfassungen in deutscher, englischer, französischer und rätoromanischer Sprache. Seine Erklärung: Englisch neben Deutsch war an der ETH schon 1991 Pflicht. Als Feind der Verenglischung fügte Gfeller trotzig ein «Résumé» an. Und da seine Arbeit das Bündner Rheintal behandelt, liess er auch noch eine «Resumaziun» übersetzen. (bä)

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