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Wahlbeteiligung bisher überraschend hoch

Auffallend viele Stimmberechtigte haben sich diesmal beim Wählen rasch entschieden.

12 735 Wahlcouverts sind bis gestern beim Stimmregister angekommen. Damit haben 19,6 Prozent der rund 65 100 Wahlberechtigten bereits abgestimmt. Für Walter Bosshard, Stellvertretender Stadtschreiber, im Vergleich mit anderen zweiten Wahlgängen ein überraschend hoher Wert: «Auffallend viele Wählerinnen und Wähler haben diesmal die Unterlagen sehr rasch zurückgeschickt.» Ein möglicher Grund: Viele haben sich ihre Meinung bereits im ersten Wahlgang gemacht und mussten nicht mehr lange überlegen. Das Stimmregister führt bei jedem Urnengang Statistik, bis wann wie viele briefliche Stimmen eingegangen sind. Aus diesen Erfahrungswerten lässt sich die Wahlbeteiligung für den zweiten Wahlgang vom 26. August abschätzen. «Je nachdem mit welchem Abstimmungstag man vergleicht: Man kommt immer auf rund 40 Prozent Stimmbeteiligung», sagt Bosshard. Auffallend ist aber: Im Gegensatz zu anderen Urnengängen hat der Eingang der Couverts diesmal in der zweitletzten Woche abgenommen. Wegen dieses ungewöhnlichen statistischen Verlaufs ist offen, ob die Hochrechnung zutrifft. Dass die Beteiligung an zweiten Wahlgängen tief ist, hat Tradition (siehe Grafik). Besonders deutlich zeigte sich dies im Jahr 2005, als sich Michael Künzle (CVP) gegen Marlies Bänziger (Grüne) als Nachfolger von Hans Hollenstein (CVP) durchsetzte: Die Beteiligung sank um 13 Prozent. Beim zweiten Wahlgang der Präsidiumswahl 2002, als Ernst Wohlwend (SP) gegen Reinhard Stahel (FDP) antrat, lag der Wert 8 Prozent tiefer. Auch im historischen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Pearl Pedergnana (SP) und Jürg Stahl (SVP) sank die Beteiligung, wenn auch nur gering. Wem würde denn eine tiefe Wahlbeteiligung nützen? Zwei befragte Experten sind sich in diesem Punkt einig: Sowohl Politgeograf Michael Hermann als auch Politologin Regula Stämpfli erklären, vor allem die Traditionspartei FDP profitiere davon, wenn wenige Leute an die Urne gehen. (bä)

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