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Wahlkämpfe von sanft bis heftig

In 140 Gemeinden des Kantons Zürich wählen die Stimmberechtigten am Sonntag ihre Behörden für die Legislatur 2014 bis 2018. Wetzikon steht eine Premiere bevor. In einigen Gemeinden wird hart um die Ämter gekämpft.

In 140 der 170 Gemeinden des Kantons Zürich wählen die Stimmberechtigten am kommenden Wochenende ihre Behörden. In 15 Gemeinden – unter ihnen Zürich und Winterthur – sind die Wahlen bereits am 9. Februar über die Bühne gegangen. Sämtliche 11 Gemeinden im Bezirk Meilen sowie Oberrieden (Bezirk Horgen) folgen am 18. Mai. In etlichen Gemeinden stehen gerade so viele Kandidaten zur Wahl, wie es Sitze in der Exekutive gibt. In anderen kommt es hingegen zu einem Wahlkrimi. Eine Auswahl: Wetzikon:Ein Parlament entsteht Im Herzen des Zürcher Oberlandes steht ein Novum an. Die Wetzikerinnen und Wetziker wählen erstmals ein Gemeindeparlament. Die Stadt mit inzwischen knapp 24 000 Einwohnern wird damit zur 13. Parlamentsgemeinde im Kanton Zürich. Dies, nachdem die Stimmberechtigten im September 2012 eine entsprechende In­itia­ti­ve deutlich gutgeheissen hatten. Es handelte sich in Wetzikon um den achten Anlauf für eine Parlamentsgemeinde. Ein 36-köpfiger Gemeinderat wird künftig die Legislative bilden. 233 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich auf zwölf Listen zur Wahl. Hart umkämpft sind sechs der sieben Sitze im Stadtrat. Zehn Kandidatinnen und Kandidaten wollen sie unter sich ausmachen. Vier von ihnen streben gleichzeitig das Präsidium an: Max Homberger (Grüne), Ruedi Rüfenacht (EVP), Hans-Kaspar Schwarzenbach (GLP) und Heinrich Vettiger (SVP). Der siebte Sitz in der Exekutive ist für den Primarschulpräsidenten reserviert. Als Favorit gilt der bisherige Amtsinhaber Franz Behrens (SP). Er wird herausgefordert von Walter Bohnenberger (Unabhängige Bürgerliche Liste). Uster:SVP greift nach Stadtpräsidium In Uster verspricht der Kampf ums Stadtpräsidium Spannung. Martin Bornhauser (SP) tritt nach zwölf Jahren im Stadtrat – davon acht als Präsident – nicht mehr an. Ihn wollen zwei bisherige Stadträte beerben: Finanzvorstand Werner Egli (SVP), der vor vier Jahren in die Exekutive gewählt wurde, und Barbara Thalmann (SP), seit 2006 Sozialvorsteherin. Um sechs Stadtratssitze (inklusive Präsidium) bewerben sich acht Kandidatinnen und Kandidaten. Vier von ihnen treten mit dem Bisherigen-Bonus an. Neu sind ausserdem die drei Bewerber, die das Primarschulpflegepräsidium und damit den siebten Stadtratssitz unter sich ausmachen. Pfäffikon:Präsident unter Beschuss Acht Politiker kämpfen in Pfäffikon um sechs Sitze im Gemeinderat. Dabei kommt es gleich zu zwei spannenden Affichen: Der parteilose Gemeindepräsident Bruno Erni erhält Konkurrenz von Lukas Steudler (FDP), der nach einer Ersatzwahl im November 2012 Einsitz in der Exekutive nahm. Erni wurde vor vier Jahren mit dem Motto «Frischer Wind für Pfäffikon» ins Präsidium gewählt. Keine Partei empfiehlt den amtierenden Präsidenten zur Wiederwahl. Dafür unterstützen FDP, SVP, CVP und GLP seinen 32-jährigen Herausforderer. Die anderen Parteien empfehlen weder Erni noch Steudler. Zudem schickt die SVP mit Thomas Maurer den einzigen Neuen ins Rennen. Nicht mehr nominiert hat die Partei dagegen Finanzvorsteherin Erika Walt. Sie hat sich mit ihrer Partei überworfen. Nach 20 Jahren im Amt hatte Walt zunächst den Rücktritt auf die neue Legislatur hin erklärt. Weil sie ein begonnenes Projekt noch zu Ende führen wollte, kam Walt dann auf ihren Entscheid zurück. Zum «Befremden» der SVP, wie diese in einer Mitteilung schreibt. Walt tritt nun als Parteilose an. Dübendorf:SP strebt Sitz an In Dübendorf ist das Stadtpräsidium in fester Hand von Lothar Ziörjen (BDP). Nicht umstritten ist sodann der Stadtratssitz, welcher der Präsidentin der Primarschulpflege zusteht. Susanne Hänni (GLP) ist die einzige Kandidatin. Um die übrigen fünf Sitze in der Exekutive buhlen sieben Personen. Martin Bäumle (GLP), Jürgen Besmer (FDP), André Ingold (SVP) und Kurt Spillmann (SVP) dürften als Bisherige unbestritten sein. Bleiben Andrea Kennel (SP), Dominic Müller (CVP) und André Winkler (Partei der freidenkenden Bürger). Winkler ist ein Exot und ohne jede Chance. Müller soll für die CVP den Sitz des abtretenden Hans Zeier verteidigen. Mit Andrea Kennel schliesslich will die SP, die seit 1998 nicht mehr im Stadtrat vertreten ist, erneut im Gremium Einzug halten. Opfikon:Zwei fürs Schulpräsidium Für den Opfiker Stadtrat stellt sich einzig Schulpräsident Hans Zolliker (EVP) nicht für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. Seine Nachfolge wollen mit Tan Birlesik (SVP) und Norbert Zeller (CVP) gleich zwei Kandidaten übernehmen. Unbestritten ist Stadtpräsident Paul Remund (FDP). Sieben Politikerinnen und Politiker bewerben sich für die übrigen fünf Sitze – unter ihnen fünf Bisherige. Für die SP soll Marc-André Senti einen Sitz in der Exekutive erobern. Die Partei ist seit 2005 nicht mehr im Gremium vertreten. Senti müsste sich nicht nur gegen einen Bisherigen durchsetzen, sondern auch gegen Richard Muffler von der SVP. Bülach:Neue Gruppierung mischt mit Gleich drei Politiker streben in Bülach die Nachfolge des scheidenden Stadtpräsidenten Walter Bosshard (parteilos) an. Es sind dies der bisherige Stadtrat Mark Eberli (EVP), Rudolf Menzi (SVP, neu) und Gabriel Lengen von der Bürgervereinigung Beobachter-Stadt-Bülach (BSB, neu). Für die verbleibenden fünf Sitze im Stadtrat kandidieren sieben Personen. Für das Primarschulpflegepräsidium wiederum ist Virginia Locher (FDP) als einzige Kandidatin gesetzt. Adliswil:Rücktritt vom Rücktritt In Adliswil ist der bisherige Stadtpräsident Harald Huber (FDP) unbestritten. Für weitere fünf Sitze in der Exekutive stehen sieben Kandidaten – unter ihnen vier Bisherige – zur Auswahl. Für einiges Aufsehen sorgt die erneute Kandidatur von Walter Müller (Freie Wähler). Müller war 2012 als Finanzvorstand zurückgetreten, weil im Zusammenhang mit einem Landverkauf Filzvorwürfe gegen ihn laut geworden waren. Durch einen Entscheid des Horgner Bezirksrats sieht sich Müller nun entlastet und lässt sich von seiner Partei wieder aufstellen. Das Schulpräsidium und damit den siebten Sitz in der Adliswiler Exekutive machen Raphael Egli (CVP) und Wolfgang Liedtke (SP) unter sich aus. Thalwil:Bürgerlicher Pakt Die Wahlen in Thalwil stehen im Zeichen der Nachfolge von Gemeindepräsidentin Christine Burgener (CVP). Die CVP will den Sitz mit Liegenschaftenvorstand Andreas Federer verteidigen. Die FDP ihrerseits will ein Wort mitreden und schickt Finanzvorstand Märk Fankhauser ins Rennen. Für acht Sitze in der Exekutive stehen zehn Kandidaten zur Auswahl. Im Wahlkampf spannen SVP und FDP zusammen. Die FDP will mit Hansruedi Kölliker ihren dritten Sitz zurückholen, den sie bei den letzten Wahlen verloren hat. Die SVP will mit Kurt Wälti erneut Einzug in den Gemeinderat halten. Keine Konkurrenz erhält Kurt Vuillemin (SP), der als Schulpflegepräsident auf Beatrice Meier (SP) folgen soll. Henggart:Zwei Lager In den 24 Gemeinden des Bezirks Andelfingen kommt keine Wahlkampfstimmung auf. Die Zahl der Ämter stimmt jeweils mit der Anzahl Kandidaten überein. Wenn da nicht Henggart wäre. In dem Dorf findet ein offener Schlagabtausch um die fünf Sitze im Gemeinderat statt. Der Streit entzündete sich bereits vor einem Jahr nach der Entlassung des langjährigen Gemeindeschreibers. Als Reaktion bildete sich ein Bürgerforum. Dieses geht in Opposition zum amtierenden Gemeinderat. Das erklärte Ziel: Der gesamte Gemeinderat soll bei den nächsten Wahlen abgesetzt werden. Im letzten Herbst spannte das Forum mit der SVP und der EVP zusammen und begab sich auf Kandidatensuche. Nun stehen sich zwei Lager gegenüber. Auf der einen Seite Gemeindepräsident Jürg Walser zusammen mit den Bisherigen Thomas Sawires, Gerdy Winkler und Martin Schönenberger. Als Herausforderer präsentieren sich Ex-Schulpräsident Hans Bichsel – er strebt das Amt des Präsidenten an –, Astrid Erdmann-von Moos, Philipp Niedermann und Angelika Müller-Bruderer. Vervollständigt wird das Quintett durch den bisherigen Tiefbauvorstand Ueli Pfister (SVP). Seine Kandidatur überrascht, hatte er doch bereits seinen Rücktritt angekündigt.

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