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Walo Lüönd ist 85-jährig gestorben

Walo Lüönd ist tot. Der Schauspieler, dessen wohl grösste Rolle der Dällebach Kari war, starb bereits vor zehn Tagen, am Sonntag, 17. Juni, im Alter von 85 Jahren. Wie seine Familie am Mittwoch bekannt gab, wurde der Schauspieler am Dienstag auf dem Friedhof von Untersiggenthal AG beerdigt.

Die Bühnenkarriere war dem 1927 in Zug geborenen Walter-Josef Lüönd sozusagen in die Wiege gelegt worden, zumal sein Vater, ein Konditor, im lokalen Laientheater ein Star war. Walo organisierte schon als kleines Kind Zirkus-Freiluftaufführungen im Hinterhof. Auf Wunsch seines Vaters schloss er dennoch eine Lehre als Herrenschneider ab, bevor er sich am Bühnenstudio Zürich ausbilden liess. Genäht hat er später nur noch Hosen für seine beiden Buben. Daniel, der ältere, sollte nur 30 Jahre alt werden. An der Schauspielschule wurde Walo Lüönd bei der Abschlussprüfung zwar Talent attestiert. «Doch bei ihrem Aussehen würden wir ihnen raten, einen anderen Beruf zu ergreifen», hiess es. An Angeboten - hauptsächlich im Charakter- und Komödienfach - mangelte es dem knorrigen Innerschweizer dennoch nie. 1949-52 hatte er erste Auftritte am Schauspielhaus, am Centraltheater und im Cabaret Fédéral in Zürich, 1952/53 am Stadttheater Basel. Es folgten zwei Saisons in München an den Kammerspielen und am Residenztheater und fünf in Essen. Dort lernte er seine Frau, die Schauspielerin Eva-Marie Bendig kennen, mit der er mittlerweile fast 60 Jahre verheiratet ist. 1959 holte ihn der Regisseur Leonard Steckel, der ihn noch von Zürich her kannte, für zehn Jahre an die Volksbühne Berlin. Gleich für seine erste Rolle in Goldonis «Bettina» wurde Lüönd vom gefürchteten Kritiker Friedrich Luft mit seltenem Lob bedacht. 1962 begann Lüönd auch in Kino- und Fernsehfilmen mitzuwirken. Ob als miesepetriger Beamter («Die Schweizermacher»), geldgeiler Bauer («Brot und Steine»), bester Freund des Dorfkauzes («Der Erfinder»), tragisch abstürzender Privatdetektiv («Der Fall») oder liebenswürdiger Gemeindepräsident («Sternenberg») - Lüönd liess sich für fast jeden Charakter besetzen. Seinen vorläufig letzten Auftritt hatte Walo Lüönd 2010 in «Der grosse Kater» neben Bruno Ganz. Regisseur Wolfgang Panzer besetzte ihn wohl nicht zufällig als Schneider.

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