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Wandern mit der Muschel am Rucksack

In Nordspanien fallen sie auf: die Pilger. Sie sehen aus wie normale Wanderer, unterscheiden sich von ihnen jedoch meist wegen eines langen Wanderstabs und einer am Rucksack befestigten Muschel. Diese ist das Erkennungszeichen der spirituellen und religiösen Heilssucher und geht auf eine Legende zurück: Der Apostel Jakobus soll einen Ritter vor dem Ertrinken gerettet haben. Als man den Adligen aus dem Meer zog, war er über und über mit Muscheln bedeckt.

Im Logo des Jakobswegs sind neben der Muschel auch die Wege zu erkennen, die alle nach Santiago de Compostela führen. Dort liegt der Apostel Jakobus begraben. Im 11. und 12. Jahrhundert erfuhr das Pilgerwesen in Europa einen Aufschwung und wurde zu einer Volksbewegung. Man hoffte, auf der Wallfahrt etwa von seinen Sünden erlöst oder von einer Krankheit geheilt zu werden. Bis ins 15. Jahrhundert entwickelte sich Santiago de Compostela nach Jerusalem und Rom zum drittwichtigsten Pilgerort.

Die Reformation und die Kriege zwischen Spanien und Frankreich brachten die Pilgerreisen jedoch wieder zum Erliegen. Erst in den 1970er-Jahren setzte ihre Wiederbelebung ein. Gefördert wurde sie von prominenten Pilgern: 1982 nahm Papst Johannes Paul II. den Jakobsweg unter die Füsse, 1999 der Schriftsteller Paulo Coelho. Der deutsche Unterhalter Hape Kerkeling dokumentierte seine Pilgerreise 2006 im Buch «Ich bin dann mal weg», das sich über 2 Millionen Mal verkaufte. Für heutige Pilger stehen religiöse Gründe im Hintergrund. Sie pilgern vielmehr aus persönlichem, philosophischem oder kulturellem Anlass.

Verschiedene Zubringer

Das 934 gegründete Kloster Einsiedeln gilt einerseits selbst als Pilgerort. Andererseits dient es als Sammelort für Pilgerreisen nach Rom oder Sant­iago de Compostela. Der Schweizer Jakobsweg führt von Konstanz über Einsiedeln und Lausanne nach Genf. Daneben existieren diverse Zubringerwege: neben dem Zürcher auch ein Appenzeller, ein Bündner sowie ein Basler Weg. (sa)

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