Zum Hauptinhalt springen

War­um planen? Darum!

Auf dem Katharina-Sulzer-Platz zeigt eine Ausstellung, war­um es Raumplanung braucht – und Prinzen, um sie umzusetzen.

Noch kleinräumiger und sie triebe bereits zehn Besuchern die Schweissperlen auf die Stirn, vor lauter Dichtestress. In einen Schiffscontainer zwängt sich die Wanderausstellung der ETH auf dem Katharina-Sulzer-Platz. Sie widmet sich einem Thema, «das uns alle betrifft»: Raumplanung. «Viele meinen, sie bekommen hier Tipps für ihre Wohnungseinrichtung», sagt der Student, der vor Ort informiert. So weit daneben liegen sie nicht, nur ein paar Dimensionen zu tief. Raumplaner wollen den wenigen Platz optimal nutzen, den die Schweiz bietet. Dass der Kampf gegen «Zersiedelung», «Verkehrskollaps» und «Ghettoisierung» ansteht, hört und liest man häufig. Die Lebensqualität steht auf dem Spiel. Das will die Ausstellung zeigen und einen Begriff entstauben, der für viele noch immer verdächtig nach Amtsstube müffelt. Der Prinz, der Dornröschen endlich aus dem Schlaf holte «Sie schlief wie ein schönes Dornröschen. Wir mussten sie nur wachküssen», sagt Ariane Widmer Pham. Die Stadtplanerin meint die Plaine de Malley, eine lange ungenutzte, 100 Fussballfelder grosse Industriebrache mitten im Drehkreuz zwischen Lausanne, Prilly und Renens. Dort entsteht ein neues Quartier mit S-Bahnhof, das Platz für 8000 neue Bewohner schafft. Acht Aufgaben der Raumplanung werden mit Videosequenzen visualisiert. Im Fall Malley die Schaffung neuer Lebensqualität. Zürichs Stadtplaner führt durchs Glattal (Verkehr), seinen «ausserstädtischen Stadtteil», die Kollegen aus den Kantonen St. Gallen und Graubünden durch die renaturierte Linthebene und zu lawinensicheren Hängen («Schutz vor Naturgefahren»). Einspieler aus der Schweizer Wochenschau zeigen es: Frauen litten schon in den 1970ern an Dichtestress, wenn sie sich an Weihnachten durch überfüllte Geschäfte kämpften. Grafiken und Statistiken ergänzen die Trailer. Zur Wohnortswahl lernt man: 92 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist die Nähe zur Natur wichtig, nur 31 Prozent der Steuerfuss. In die Breite wachsen kann Winterthur wegen topografischer und gesetzlicher Schranken kaum. Massgebend ist der kantonale Richtplan. «Was uns bleibt, ist, zu verdichten und ungenutzte Brachen zu erschliessen», sagt Peter Baki, Leiter Raumplanung, und verweist auf das Sulzer-Areal und Neuhegi. Zudem gelte es, die bestehenden Freiräume sorgfältig zu pflegen.«Dar­um Raumplanung», Katharina-Sulzer-Platz, 21. Oktober bis 8. November, Eintritt frei. Schulführungen möglich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch