Zum Hauptinhalt springen

«Warum etwas reparieren, was heute gut funktioniert?»

Alles Gold in die Schweiz?Ausgabe vom 16. Oktober

«Je unsicherer die wirtschaftlichen Zeiten, desto wichtiger sind die Goldreserven.» So wurden die Befürworter der Aktion «Rettet unser Schweizer Gold» kürzlich im «Landboten» zitiert.

Aus historischer Sicht galt Gold in der Geldpolitik vieler Länder zwar tatsächlich als Anker für Preisstabilität – doch das ist lange her. Die Gold-Initiative verlangt, dass der Goldanteil der Schweizerischen Nationalbank (SNB) jederzeit mindestens 20 Prozent beträgt und dass die SNB in Zukunft keine Goldreserven mehr verkaufen darf. Ausserdem seien künftig sämtliche Gold­reserven auf Schweizer Boden aufzubewahren.

Tatsache ist: Etwas weniger als ein Drittel der SNB-Goldreserven wird bei Partner-Zentralbanken in Kanada und England gelagert. Diese geografische Diversifikation hat aber durchaus einen sinnvollen Hintergrund: Gerade im Krisenfall kann die SNB auf verschiedenen internationalen Handelsplätzen über ihre Goldreserven verfügen und diese falls nötig rasch verkaufen.

Ein solches Szenario ist (zum Glück) sehr unwahrscheinlich – im Notfall jedoch kann diese Möglichkeit von grossem Wert sein. Unabhängigkeit, Hand­lungs­frei­heit, Glaubwürdigkeit sind drei grosse Stärken der Nationalbank.

Warum etwas mit einer Initiative reparieren wollen, was heute gut funktioniert? Die Initiative ist abzulehnen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch