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War­um nicht ruhig sein?

Auch hier könnte man sagen: «So etwas gibt es in Zürich nicht.» Es muss aber nicht immer Zürich-Bashing sein. Denn das Theater am Gleis hat sich ein Stück Zürich abgeschnitten. Auf dem Monatsprogramm findet sich so etwas wie ein gelbes Ei. Und wer näher hinschaut, sieht: Es ist von Calatrava respektive ein Ausschnitt seines Bahnhofs Stadelhofen. Von Gleis zu Gleis ist es in Winterthur immer nur ein kleiner Schritt. Die Stadtkultur ist hier grösser, als sie scheint.

Ein «Nachtstück» zum Jubiläum

In diesem Zeichen feiert auch das TaG-Ensemble sein 20-Jahr-Jubi­läum, ein grosses Fest wird es für die Neue Musik werden. Altmeister Rudolf Kelterborn (*1931), der mit dem En­sem­ble TaG seit Jahren eng verbunden ist, hat für dieses Konzert extra ein Stück geschrieben. Am 30. September kommt dieses «Nachtstück für 10 Instrumente» im Theater am Gleis zur Uraufführung, samt musikalischen Glückwünschen befreundeter Komponisten.

Eigentlich ist die ganze Saison ein Fest für die Neue Musik. Schon die Titel der TaG-Ensemble-Konzerte sind Klang. Sie heissen: «Raue Pinselspitze» mit Musik von Schweizer Komponisten, die mehr oder weniger im Zusammenhang steht mit dem Bildnerischen. Oder «War­um nicht ruhig sein?» mit Musik zu Robert Walser. Gewidmet ist die Saison der Vielfalt der Schweizer Musik, es wird Rückschau und Ausblick gehalten. Da ist auch das Programm «premier œuvre»: Kinder komponieren ihre eigene Musik. Das TaG-Ensemble ist für dieses Konzert in eine Winterthurer Mittelstufenklasse gegangen, um mit Jugendlichen über die Musik zu sprechen: was sie überhaupt ist, wie sie entsteht, wie sie notiert werden kann. Neue Musik ist mehr als nur Geräusch.

Junge Menschen könnten sich so auch für die Musica-aperta-Reihe interessieren: mit «Klee-Musik weltweit» oder «Eros» – einem inszenierten Konzert mit Pandora, was eine organische Maschine ist –, um nur zwei der insgesamt acht Konzerte zu nennen. Jugendliche könnten sich auch der Rückseite des Programms zuwenden: Jazz am Mittwoch präsentiert hochspannende Konzerte. Vielleicht haben junge Menschen doch mehr Interesse an der Musikreihe «Songs und so», die (mit quasi null Budget) im Gleis sehr erfolgreich ist. Bisher ist ein Konzert angesagt: pulp.noir präsentieren «iscapes 3», eine Performance mit tripartigen Videoclips. «Man weiss nie, was hier noch kommt», sagt Martin Truninger, der an der Spielplanvorstellung die AG Musik vertritt. Fünf Untergruppen gibt es in dieser Sektion, mehr als 15 Musikbegeisterte arbeiten hier mit.

Junge Talente

Auch die Molton-Reihe feiert ein Jubiläum, zehn Jahre gilt es zu feiern. Bewährtes vermischt sich mit Neuem. Zu den «bekannten Grössen» gehören Heidi Happy oder Denison Witmer, zu den «jungen Talenten» Michael Wespi oder Ingrid Lukas. Mit im Programm sind die Monotales aus Winterthur. Für das Jubiläum haben auch Schriftsteller kurze Gutenacht- geschichten geschrieben. Schön, wenn sich E-Musik und Pop in einem Gleis-Stück verbinden. (bu)

www.theater-am-gleis.ch

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