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Was schwarze Balken verbargen

Der Sponsoringvertrag zwischen der Uni Zürich und der UBS Foundation ist gestern überraschend vollständig offengelegt worden. Zudem verzichten die Vertragspartner darauf, einen Hörsaal mit dem Namen «UBS Center Lecture Hall» einzurichten.

Die Universität Zürich zeigt erste Lernerfolge in der Disziplin «Umgang mit der Öffentlichkeit». Nachdem die Hochschule auch im Fall des UBS-Millionensponsorings monatelang auf Geheimhaltung gepocht hatte, machte sie gestern unerwartet den gesamten Vertrag mit der Grossbank publik. Ursprünglich hatte sie das Begehren zweier Journalisten auf Einsicht in den Vertrag abgeschmettert. Die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen hatte dann vor einigen Wochen beschlossen, die Uni müsse den Vertrag offenlegen, dürfe jedoch gewisse Passagen einschwärzen. Daraufhin gelangten die Gesuchsteller ans Verwaltungsgericht. Weil die Uni nun von sich aus handelt, darf das Gericht die Angelegenheit kübeln. Was aber ist nun Neues zu erfahren? Was war so geheim, dass es hinter dicken schwarzen Filzstiftbalken verborgen bleiben musste? Die erste Passage enttäuscht. Dort steht nur, dass es sich beim ersten Direktor des neuen UBS Centers um Professor Ernst Fehr handelt. Also jenen bekannten Ökonomen, für dessen Forschung die UBS überhaupt 100 Millionen sprach. Etwas spannender wird die Sache beim Thema Geld: Dort erfährt man, dass die Lohnkosten für das Center 500 000 Franken pro Jahr nicht übersteigen sollen und nicht mehr als 300 000 Franken für Events ausgegeben werden dürfen. Doch wirklich erstaunlich sind auch diese Zahlen nicht. Zumal im Vertrag festgehalten wird, dass die Kosten durch die UBS Foundation übernommen werden. Geld reicht für 30 Jahre Was die Finanzierung von Lehrstühlen angeht, so wissen wir nun, wie viel die Bank dafür bezahlt. Es sind dies zwei Lehrstühle à 10 bzw. 13 Millionen Franken. Davon werden Professuren inklusive Assistenzstellen bezahlt. Das Geld überweist die Bank tranchenweise innerhalb von zehn Jahren an die Uni. Reichen sollte es für etwa dreissig Jahre, wie Center- Direktor Fehr vorrechnet. In den kommenden Jahren werden drei zusätzliche Lehrstühle geschaffen. Einen Teil der Übereinkunft hat die Uni aufgrund der öffentlichen Kritik übrigens bereits ausgesetzt. Es soll bis auf weiteres kein Hörsaal den Namen des UBS Centers tragen. Vorerst will man eine Fundraising-Policy erarbeiten, in der festgelegt wird, wann und wie Räume nach Donatoren benannt werden können.

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