Landluft

Was sollen die Rotzlöcher sagen?

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Wie man heisst, ist wichtig. Wo man wohnt, aber auch. Name und Adresse sind Bestandteile, die sich an die eigene Person knüpfen. Sie sind quasi eine Visitenkarte, die wir abgeben. Man kann sie praktisch nur durch Heirat oder Umzug ändern.

Okay, der Name hat Priorität, was das eigene Image angeht. Den Beitrag, den die Adresse dazu leistet, sollte man aber nicht unterschätzen. Schliesslich muss man diese ständig irgendwo bekannt geben: ob bei Zalando, auf dem Passbüro, auf Bussenzetteln oder in Hotels. Und da soll es egal sein, was da ständig unter dem eigenen ­Namen steht, beinahe wie ein Markenzeichen festgeklebt?

Den stolzen Bewohner auf dem Lande kann eine ungewollte Adressänderung wenn nicht entwurzeln, dann doch nerven. Das zeigt das Beispiel Wiesendangen. Ein Dutzend Haushalte wurde dort einfach von der Gemeindehausstrasse an den Gemeindehausweg versetzt – obwohl sie keinen Wank taten. Die Adressänderung war rein administrativ, um Ordnung in den Nummern-salat zu bringen. Inzwischen scheinen sich die Betroffenen mit der Degradierung von «Strasse» zu «Weg» angefreundet zu haben. Vielleicht haben sie bemerkt, dass die neue Bezeichnung schon vom Schriftbild her viel adretter daherkommt als die alte.

Die Wiesendanger können aber von Glück reden. Es gibt ja Adressen, die das Image – äxgüsi – so richtig zur Sau machen. Etwa, wenn man in Rotzloch LU lebt. Das ist den Menschen dort sicher peinlich, wenn sie diesen Wohnort in aller Öffentlichkeit aussprechen müssen. Beispielsweise an einer Kasse, weil die Verkäuferin die Anschrift für die Kundenkarte wissen möchte. Um den Imageschaden so klein wie möglich zu halten, können sie die Adresse eigentlich nur flüstern. Oder ö-Pünktli hineinschmuggeln und Rötzloch oder Rotzlöch sagen. Zum Glück gehört Rotzloch zur Gemeinde Ennetmoos. Diese Fusion müssen die «Rotzlöcher» bejubelt haben. (Landbote)

Erstellt: 16.10.2015, 08:19 Uhr

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