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Was Unternehmen nach Zürich lockt

Einmal mehr belegt der Kanton Zürich im Ranking der Wirtschaftsstandorte der Credit Suisse den zweiten Platz hinter Zug. Die Studie zeigt aber auch: Innerhalb des Kantons gibt es grosse Unterschiede – und die häufigen Staus gefährden die Attraktivität.

Die gestern präsentierte Studie der Credit Suisse (CS) zur wirtschaftlichen Standortqualität der Schweizer Kantone und Regionen zeigt auf den ersten Blick das gewohnte Bild: Der Kanton Zug liegt auf dem ersten Rang, der Kanton Zürich auf dem zweiten. Im Mittelfeld tummeln sich vorwiegend Deutschschweizer Kantone, während die Westschweizer Kantone vor allem im hinteren Drittel zu finden sind – oft aus steuerlichen Gründen (siehe Kasten). Das Schlusslicht bilden die Kantone Wallis und Jura. Steuern und Arbeitskräfte Zu den wichtigsten Faktoren, die untersucht wurden, gehören die Steuerbelastung von Unternehmen sowie Privatpersonen, die Verkehrslage und die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und Fachkräften. Zum ersten Mal berücksichtigte die CS für die Studie auch Daten zu Verkehrsstaus. Vor allem die regelmässigen Staus auf den Einfallachsen in die Stadt Zürich sorgen bei diesem neuen Kriterium der Studie für einen Minuspunkt für den Kanton Zürich – das positive Gesamtbild wird dadurch aber nicht stark getrübt. Betroffen sind vor allem Pendler nördlich und südlich der Stadt Zürich. Wer beispielsweise am Morgen zur Stosszeit seinen Arbeitsweg nach Zürich aus Winterthur, Schaffhausen oder Frauenfeld mit dem Auto zurücklegt, muss staubedingte Verzögerungen von 20 bis 30 Prozent in Kauf nehmen. Dies ist laut der Studie auch auf die «bremsende Wirkung der Nordumfahrung» zurückzuführen. Ähnliche Zeitaufschläge müssen Pendler aus dem Knonauer Amt und der Region Zimmerberg in Kauf nehmen. Beträchtlich sind die Unterschiede in der Standortbewertung zwischen einzelnen Regionen innerhalb des Kantons Zürich. Wenig überraschend liegt auf Platz 1 die Stadt Zürich – übrigens nicht nur innerhalb des Kantons, sondern schweizweit. Der Standortqualitätsindikator (SQI), der die Ergebnisse der einzelnen Kriterien zusammenfasst, liegt für die Stadt Zürich bei 3,3 (Kanton: 1,5; landesweiter Durchschnitt: 0). Ebenfalls sehr gut schneiden das Glattal (SQI 2,2) und die Region Pfannenstiel (1,9) ab. Weniger Fachkräfte Die Stadt Winterthur liegt mit 1,4 bereits minimal unter dem Kantonsdurchschnitt. Auffälligster Unterschied im Vergleich zu Zürich ist die schlechtere Verfügbarkeit von Fachkräften und, etwas weniger ausgeprägt, von Hochqualifizierten. Das Limmattal liegt aus ähnlichen Gründen praktisch gleichauf mit Winterthur. Uneinheitlich präsentiert sich das Bild im Zürcher Oberland, welches in der Studie in Ost und West aufgeteilt betrachtet wird. Während das westliche Oberland mit einem SQI von 0,9 nicht gross aus dem Rahmen fällt, erhält das östliche Oberland lediglich eine Bewertung von 0,1, liegt also nur minimal über dem Schweizer Durchschnitt. Dies vor allem aufgrund der verkehrstechnischen Lage. Das Weinland schliesslich erhält aus ähnlichen Gründen einen SQI von 0,5. Neben der Verkehrsanbindung ist es vor allem die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften, die zu den Unterschieden innerhalb des Kantons Zürich führt. Die CS spricht in diesem Zusammenhang schweizweit von einem «Stadt-Land-Graben». Bei einem beträchtlichen Teil der Hochqualifizierten handelt es sich um Zuwanderer. Laut der Studie sind 17 Prozent aller ansässigen Arbeitskräfte in dieser Gruppe seit dem Jahr 2000 zugewandert. Am Genfersee und in Zürich liegt der Anteil bei 20 Prozent.

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