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«Wasser spritzen ist cool»

Wenns brennt, wenns riecht, wenns kracht, wähl 118.» Die Primarschüler des Schulhauses Rutschwil bei Dägerlen üben den Notfall. «Es ist ganz wichtig, dass ihr die Feuerwehr rasch und richtig alarmiert», sagt Roger Hächler von der Feuerwehr Hettlingen-Dägerlen. Er, eine Kollegin und vier Kollegen informieren einen Morgen lang Kindergärtner und Primarschüler, was bei Feuer und Rauch zu tun ist. «Wir müssen wissen, wo es brennt, was brennt und wer betroffen ist. So können wir uns optimal vorbereiten.» Ein aufgeweckter Sechstklässler meint: «Wir könnten doch das Schulhaus anzünden und löschen.» Keine wirklich gute Idee, findet Hächler und lacht. Sowieso herrscht im Schulzimmer eine aufgeräumte Stimmung. Der Feuerwehroffizier möchte von den Schülern wissen, wieso Feuer überhaupt entstehen kann. «Also, da braucht es mal Sauerstoff», meint ein Mädchen. «Und natürlich Brennmaterial und Hitze», fügt die Nachbarin an. «Genau, das nennt man das Feuerdreieck», erklärt Roger Hächler. «Wenn eine Komponente fehlt, erlischt das Feuer. Dar­um rücken wir ja auch mit Wasser oder Schaum an.»

Aber nicht nur bei Feuer, auch bei Rauch gilt es richtig zu handeln. «Auf keinen Fall zum Rauch hinrennen», ermahnt Hächler die Schüler. «Türe abdichten und aus dem Fenster evakuieren!» Und was ist, wenn das Zimmer im dritten Stock ist, will ein Mädchen wissen. «Dann wartet ihr, bis wir mit der Leiter kommen.» Feuerwehrmann Markus Senn demonstriert in voller Montur, wie er bei Rauch ausrückt: Helm, Atemschutzmaske mit Sauerstoffflasche, Schlauch und feuerfeste Kleidung. Der Sauerstoff in der Flasche reicht für eine halbe Stunde. «Wieso können Sie nicht zwei Flaschen mitnehmen», fragt ein Schüler. «Halte die Flasche mal, dann weisst du es», sagt Senn. «Wau, die ist megaschwer!»

Eine Evakuation muss geführt und schnell sein. «Eure Lehrerin ist die Chefin und gibt das Kommando», sagt Roger Hächler. «Und verlasst das Zimmer gerade so, wie ihr seid.» Aber was sie denn tun müssten, wenn die Lehrerin in dem Moment nicht im Zimmer sei, fragt ein Mädchen. «Und wenn ich in den Finken evakuiere, muss ich dann nachher auch so nach Hause gehen?», macht sich ein Mädchen Sorgen. Ansonsten herrscht im Schulzimmer eine lockere Stimmung. Roger Hächler und Markus Senn schaffen es, die Kinder mit sehr anschaulichen Beispielen und ihrer witzigen und lockeren Art zu begeistern.

Nun wollen die Feuerwehrleute das Gehörte mit den Kindern in der Praxis üben. «Ou cool, jetzt können wir endlich Wasser spritzen», freuen sich die Jungs. «Wau, der Schlauch ist aber schwer. Gut, halten wir ihn zu zweit.» Normalerweise ist der Schlauch am Tanklöschfahrzeug angeschlossen. «Damit können wir bis zu 2500 Liter Wasser mitführen», erklärt Feuerwehrmann Urs Küng.

Die Schüler möchten wissen, wozu all die verschieden langen und dicken Schläuche sowie Werkzeuge dienen. Vor allem Schere und Spreizer haben es den Kindern angetan. «Damit können wir jegliches Material zerschneiden», sagt Urs Küng. Der Feuerwehrmann erklärt, dass sie so letzte Woche mit den Winterthurer Kollegen auch den verunfallten Lastwagenchauffeur bei Henggart aus der Führerkabine geholt hätten. Feuerwehrfrau Marlies Wohlgensinger führt den Sanitätswagen vor. «Damit können wir Erste Hilfe vor Ort leisten, aber keine Krankentransporte machen.» Die Mädchen dürfen die Halskrausen anprobieren. «Stylish», findet eine der Schülerinnen.

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