Zum Hauptinhalt springen

Wegen Amoklauf-Drohung verurteilt

Um seiner Freundin zu imponieren, hat ein junger Stadtzürcher der Wirtschaftsschule HSO in Zürich telefonisch mit einem Amoklauf gedroht. Nun muss der Täter für 18 Monate ins Gefängnis.

Am Vormittag des 19. März dieses Jahres versetzte ein anonymer Anrufer die HSO-Wirtschaftsschule in Zürich in Angst und Schrecken. «Ich mag nicht mehr, ich mache nun in eurer Schule einen Amoklauf», erklärte die Stimme, die schon kurz vorher zweimal einer Sekretärin der Schule angerufen, aber noch nichts gesagt, sondern nur gestöhnt hatte.

Fest steht, dass es in der Folge an der Andreasstrasse zu einem grossen Polizeieinsatz kam. Dabei mussten die Behörden rund 1000 Personen evakuieren und in Sicherheit bringen.

Schulfreien Tag gewünscht

«Ich wollte meiner damaligen Freundin imponieren», erklärte der Beschuldigte gestern vor dem Bezirksgericht Zürich. Der junge Schweizer orientalischer Abstammung hatte mit einer SIM-Karte eines Kollegen telefoniert und damit den Verdacht zuerst auf diesen gelenkt. Doch dann wurde er als Täter ermittelt und im April festgenommen.

Während des Prozesses stellte sich heraus, dass seine damalige Partnerin eine Schülerin der HSO war und sich einen schulfreien Tag gewünscht hatte. So habe sie zu wenig auf eine Prüfung gelernt. Der Täter sprach von Spass und Dummheit.

21 Monate gefordert

An der Verhandlung wurde auch klar, dass der Beschuldigte alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. So wurde er bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres wegen Raubes und weiteren Delikten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Sechs Monate davon unbedingt. Hinzu kam, dass er erst vor wenigen Wochen eine andere Freundin mit dem Tode bedroht und genötigt hatte.

Aus diesem Grund verlangte der zuständige Staatsanwalt nicht nur eine unbedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten, sondern auch den Widerruf der noch bedingten Strafe von 22 Monaten. «Der Beschuldigte beging eine völlig sinnlose Tat, die viele Leute in Angst und Schrecken versetzte», plädierte er. Im Gegensatz zum Verteidiger, der sich für eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten einsetzte.

Erhebliche kriminelle Energie

Das Gericht schlug den Mittelweg ein und setzte zum Schluss eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten fest. Allerdings verzichtete es auf einen Widerruf der Vorstrafe. Das Bezirksgericht sprach von einer erheblichen kriminellen Energie des vom Sozialamt abhängigen Beschuldigten. Eine Schadenersatzforderung der HSO über rund 13?000 Franken verwies das Gericht auf den Weg eines Zivilprozesses. Attila Szenogrady

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch