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Wegen ihrer Sucht veruntreute sie 750 000 Franken

Glück für die lang­jährige Geschäftsführerin einer Zürcher Gastrofirma: Obwohl sie im grossen Stil Geld für sich abzweigte, kommt sie mit einer bedingten Freiheitsstrafe davon.

«Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich.» Mit diesen Worten kommentierte die heute 48-jährige Beschuldigte gestern vor Gericht ihre Taten. War es der plötzliche Tod des Firmeninhabers? Dessen naive Witwe? Oder schlicht eine starke Spielsucht, welche die Frau zu ihrem illegalen Vorgehen verführt hatte?

Fest steht, dass die gebürtige Serbin über mehrere Jahre hinweg als Geschäftsführerin einer Zürcher Wein- und Gastrofirma seriöse Arbeit leistete. Allerdings nur bis zum Tod des Firmeninhabers im Frühling 2007. Da die Frau des Verstorbenen nur wenig von kaufmännischen Zusammenhängen verstand, verfügte nun die Beschuldigte alleine über die Firmenkonten.

Das blieb nicht ohne Folgen: Zwischen Juni 2007 und März 2012 zweigte die Kaderfrau immer wieder grössere Geldbeträge des Unternehmens für den eigenen Gebrauch ab. Dabei ging sie raffiniert vor. Regelmässig beseitigte sie die Unterlagen der Buchhaltung, um nicht aufzufliegen.

Geständnis in der U-Haft

Vor Gericht gab die Beschuldigte ihre krankhafte Spielsucht als Tatmotiv an. Als sie die Firma im März 2012 verliess, hatte sie rund 750 000 Franken veruntreut und für private Zwecke ausgegeben. Es zog allerdings ein weiteres Jahr ins Land, bis die Witwe die Löcher in der Firmenkasse entdeckte und Strafanzeige gegen die frühere Geschäftsführerin einreichte. Diese wurde am 11. Februar 2013 von der Polizei festgenommen und verbrachte danach 58 Tage in Untersuchungshaft. Dort gab sie schliesslich alles zu.

Dank des umfassenden Geständnisses und weil sie vor Gericht auch die Zivilforderungen seitens der Geschädigten anerkannte, erhielt sie ein mildes Urteil. Trotz der hohen Deliktssumme kam sie mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten und damit mit einem blauen Auge davon. Verteidigung und Anklage hatten sich im Vorfeld der Verhandlung im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens auf diese Strafe geeinigt. Das Gericht segnete nun den beidseitigen Vorschlag ab. (ait)

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