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Wegzug verzögert erwünschtes Bauprojekt

Die Medizinaltechnikfirma Procamed zieht von Elgg nach Aadorf um. Elgg verliert eine gute Steuerzahlerin und die Planenden für ein Grossprojekt. Die Hoffnung für Letzteres gibt die Gemeinde aber noch nicht auf.

Vier Monolithen, verschiedene Detailhändler und mehrere Wohnungen direkt vor den Toren des Städtchens Elgg. Wäre es nach der Medizinaltechnikfirma Procamed gegangen, hätte sie nach 17 Jahren in der Gemeinde ihr neues Bürogebäude in ein grosses Zen­trumsprojekt an der St. Gallerstrasse integriert. Die Baubewilligung für den Monolithen der Procamed lag dank Unterstützung durch die Gemeinde schon vor. Jedoch zogen sich die Verhandlungen mit den Grundstücksnachbarn hin, auf deren Bauland Teile des Projekts zu stehen kämen. Deshalb zieht Procamed jetzt ins Swica-Gebäude, den «roten Glaswürfel», nach Aadorf TG. «Die Ausschreibung haben wir zufällig beim Surfen entdeckt, weil es in Elgg zu langsam vorwärtsging», sagt Geschäftsführer Mark Prohaska. Er bedauert den Wegzug: «Wir wären gern geblieben», betont aber, dass es sich bei dieser Lösung momentan um die optimale für Procamed handle. Der Umzug nach Aadorf sei günstiger, das gebe aber nicht allein den Ausschlag. «Es ist ener­gie­- und zeitsparender, in ein fertiges Miner­gie-Haus zu ziehen, statt selber eines bauen zu müssen.» Eine Firma, zwei Standorte Schon im Januar 2015 kann das Haus in Aadorf bezogen werden. Rund 1000 Quadratmeter Bürofläche erwarten die 17 Mitarbeiter. Diese hatten bisher in Elgg nicht alle unter einem Dach Platz gefunden. Bei der ursprünglichen Suche gab es keinen passenden Standort. «Procamed war lange zweigeteilt an der Kellerhof- und der Alten Schlossstrasse in Elgg. Das hat natürlich die Kommunikationswege erschwert», erklärt Prohaska. Die Lösung sei damals aber auch nur dank tatkräftiger Unterstützung seitens der Gemeinde zustande gekommen. Auch dort bedauert man den Wegzug von Procamed. «Wir hatten eine gute Zusammenarbeit. Wir bemühten uns immer, ihnen eine Tür offen zu halten», sagt der Elgger Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Besonders schade sei es um das angedachte Projekt: «Wir hätten das Grossprojekt sehr begrüsst, das brächte dem Städtchen einiges.» Daneben werde es die Gemeinde sicher auch dem Steuerertrag anmerken, dass eine Firma fehle. «Brauchen neuen Investor» Das grosse Bauprojekt wird ohne Procamed erst einmal auf Eis – aber nicht ganz weggelegt. «Es ist immer noch möglich. Wir brauchen einen neuen Grossinvestor», sagt Ziegler. Die Gemeinde hat neben der schnell erwirkten Baubewilligung keine Mühen gescheut, den Weg zu ebnen. Das Land war zuvor schon umgezont worden, um Grossprojekte möglich zu machen. Laut Ziegler soll so ein guter Mix erreicht werden. Falls eines Tages Wohnungen entständen, sollen diese gegen Süden auf die ruhige Seite ausgerichtet sein. Auf der Strassenseite hätte es Platz für Gewerbe. Auch um die Erschliessung hat sich die Gemeinde schon gekümmert. Sie würde kein Problem darstellen, auch wenn es sich bei der St. Gallerstrasse um eine Kantonsstrasse handelt. Alles oder nichts Elgg trat auch als Vermittler zwischen den verschiedenen Grundstückbesitzern auf. Eine Einigung liess trotzdem auf sich warten. Aber auch ohne die zögerlichen Nachbarn hätte Procamed die Möglichkeit gehabt, einen einzelnen Monolithen für sich selber in Elgg zu bauen. Prohaska hat sich mit Immobilienspezialisten abgesprochen, die vom Gesamtkonzept begeistert waren und betonten, dass es schade wäre, nur ein einzelnes Gebäude aufzubauen. «Das Potenzial vis-à-vis dem Bahnhof Elgg ist da und es wäre toll, wenn sich doch noch ein Gesamtprojekt realisieren liesse», sagt er Der Architekt des Projekts hat sich nun der Idee angenommen und arbeitet auf eine Umsetzung hin. In Elgg wäre die Freude gross: «Bei uns stehen weiterhin Tür und Tor offen», sagt Ziegler. Das Grossprojekt lässt das Städtchen nicht mehr los.

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