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Weil das Gehirn nicht in Rente geht

Die Universitären Vorlesungen für Senioren bieten in Winterthur und Zürich ein breites Spektrum an Referaten. Hoch im Kurs stehen Gesundheitsthemen.

War­um kann man Autos noch nicht mit Sprachbefehlen lenken? Und könnte mein Auto nicht bald autonom in den Service fahren, damit ich in dieser Zeit etwas anderes machen kann? Diese Fragen stellen Rentner an den Universitären Vorlesungen in Winterthur. Gut 150 Senioren sind an der ersten Vorlesung des Semesters diesen Mittwoch an der ZHAW erschienen. Themen sind das Autofahren im Alter und Fahrassistenzsysteme. Dar­über spricht Kai-Uwe Schmitt, Privatdozent der ETH Zürich. Er forscht an Fahrassistenzsystemen in Autos und hat in Studien herausgefunden, dass Senioren technischen Fahrhilfen ge­gen­über sehr aufgeschlossen sind. Die Universitären Vorlesungen für Senioren finden während des bis Mitte Mai dauernden Semesters einmal wöchentlich in Winterthur statt. 25 Vorlesungen zu verschiedensten Themen stehen dieses Jahr im Angebot. Zählt man die Vorlesungen der Se­niorenuniversität Zürich dazu, kommt man auf mindestens 55 Veranstaltungen. Dazu kommen Sonderveranstaltungen, wo der Vorlesungssaal gegen eine Kehrichtverbrennungsanlage oder eine Glockengiesserei getauscht wird. Bescheidene Gebühren Die Mitglieder dürfen ausserdem die universitären Sportanlagen auf dem Irchel in Zürich benutzen. Die Kosten für zwei Semester sind mit 100 Franken tief. Einzelne Vorlesungen kosten 10 Franken. Die Vorlesungen werden fast immer von Dozenten hiesiger Universitäten gehalten. Diese schätzen laut Organisator Richard Harlacher das aufmerksame Publikum. Die Dozenten schaffen es laut Harlacher fast immer, das Thema auf verständliche Weise zu vermitteln: «Man darf nicht vergessen, 90 Prozent unserer Besucher haben keinen akademischen Hintergrund.» Zu den Vorlesungen zugelassen ist man – anders als in der Volkshochschule Winterthur – erst ab 60 Jahren. Der älteste ­Besucher ist 92-jährig. Max Aeppli ist 87 Jahre alt, er besucht die Universitären Vorlesungen seit über einem Jahrzehnt. «Man wird dabei sicher nicht dümmer», sagt der Rent- ner und schmunzelt. Der Besuch des Teilchenbeschleunigers am Cern in Genf ist Aeppli in bester Erinnerung geblieben. Aber am meisten interessieren den ehemaligen Banker medizinische Vorlesungen. Auch den jüngeren Teilnehmerinnen sagen die gesundheitlichen Themen am meisten zu. Harlacher bestätigt dieses Interesse. Zu solchen Vorlesungen seien auch schon über 200 Senioren gekommen. Vielfältige Semesterthemen Themen wie Bootsflüchtlinge im Mittelmeer, Prostatakrebs, Pro­teinforschung und Seen der ­Nordostschweiz werden in den Vorlesungen des laufenden Semesters noch behandelt – also durchaus nicht nur Themen, die etwas mit dem Alter zu tun haben.

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