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Weinland in Poleposition?

Nach der Bohrung 1999 in Ben­ken lag das Zürcher Weinland in der «Poleposition» als Standortgebiet für ein Atommüll-Endlager. Doch im Juni 2006 öffnete der Bundesrat den Fächer für weitere Gebiete. Zwar hiess er den Entsorgungs­nach­weis der Nagra für stark radio­aktive Abfälle gut, den die Gesetzgebung zur Kernenergie seit 1978 verlangt. Zugleich aber lehnte er ihr Gesuch ab, die Standortsuche auf das Weinland zu fokussieren – auch aus politischen Gründen. Heute werden mit den Standortgebieten Nördlich Lägern, Jura Ost, Südranden, Jura-Südfuss und Wellenberg fünf zusätzliche Gebiete parallel vertieft untersucht. Für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle kommen allerdings nur die drei Gebiete Zürich Nordost (Weinland), Nördlich Lägern und Jura Ost in Frage. Zwei «Mitbewerber» Unter diesen drei Standortgebieten liegt der Opalinuston, der als Wirtgestein das geologische Tiefenlager umgeben und abdichten soll. Doch laut der Nagra gibt es bei der Qualität des Gesteins Un­ter­schiede. Im Weinland ist es nach heutigem Kenntnisstand tek­to­nisch wenig beansprucht und befindet sich in stabiler Lage. Bezüglich der Anordnung der Kam­mern des Tiefenlagers bestehe eine «erhebliche Flexibilität», so die Nagra. Das rund 50 Qua­dratkilometer grosse Standortgebiet Zürich Nordost wird zusammenfassend mit «sehr geeignet» bewertet. Genau gleich bewertet wird das Standortgebiet Jura Ost, das eine Fläche von 27 Quadratkilometern umfasst. Doch anders als im Weinland weist der Opalinuston neben weitgehend ruhig ge­la­gerten Bereichen Zonen mit tektonischen Elementen auf. Laut der Nagra verharrt dort das Ge­stein generell in ruhiger Lage und bietet bezüglich der Anordnung der Lagerkammern eine «ge­wisse Flexibilität». Das dritte, rund 65 Quadratkilometer grosse Standortgebiet Nördlich Lägern wird nur mit «ge­eignet» bewertet. So weist der Opalinuston Zonen mit Anzeichen erhöhter tektonischer Zergliederung auf. Im Vergleich mit den beiden anderen Standortgebieten stellt sich die Frage, ob das Weinland seine «Poleposition» im Juni 2006 tatsächlich abgegeben hat. Markus Brupbacher So würde das «Tor zum Endlager» bei Marthalen an der Bahnlinie Winterthur–Schaffhausen aussehen. Nagra

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